zur Navigation springen

Neue Stelle : Sie koordiniert die Flüchtlingsarbeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Manja Yalcin (36) ist bei der Stadtverwaltung Schaltstelle zwischen Haupt- und Ehrenamtlern. Stelle wird vom Land finanziert

von
erstellt am 15.Dez.2015 | 16:38 Uhr

Neumünster | Seit zwei Wochen leitet Manja Yalcin die „Koordinierungsstelle für die integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen“ bei der Stadt. Für das Begriffsungetüm kann die 36-Jährige nichts. Ihre Stelle wird vom Land finanziert, das auch den Namen vorgegeben hat. „Wir kürzen das im internen Gebrauch zu Koordinierungsstelle für Geflüchtete“, sagt Manja Yalcin.

Die Stadtoberinspektorin kommt eigentlich aus Neumünsters Bauverwaltung und bewarb sich erfolgreich auf die intern ausgeschriebene Verwaltungsstelle. „Das hat mich gleich angesprochen. Ich möchte teilhaben an dieser großen Aufgabe und Herausforderung“, sagt die Gadelanderin, die aus Bülow bei Schwerin stammt, seit 1990 in Neumünster lebt und in zwei Jahren ihr 20-jähriges Dienstjubiläum als Diplom-Verwaltungswirtin beider Stadt feiern kann. Auf ihren Namen angesprochen, sagt sie: „Ich bin türkisch geschieden.“

Yalcins Büro ist am Großflecken 72 zu finden, hier arbeitet sie quasi Tür an Tür mit Eilean Layden von der Koordinierungsstelle für Integration. Layden kümmert sich – kurz gesagt – um die Migranten, die schon länger in Neumünster leben. Manja Yalcin ist für die Flüchtlinge zuständig, die künftig in die Stadt kommen. „Wir rechnen damit, dass Neumünster ab dem 1. Oktober 2016 neben der Erstaufnahmestelle am Haart ein festes Kontingent an Flüchtlingen aufnehmen muss“, sagt Manja Yalcin.

Für 2016 heißt das, im vierten Quartal etwa 350 Menschen zu versorgen mit Wohnraum, Sprachförderung, Migrationsberatung, Bildung von der Kita bis zur Schule, Praktika, Ausbildungsstellen und schließlich hoffentlich auch Arbeit. „Das Ziel lautet Integration vom ersten Tag an“, sagt Manja Yalcin. Sie erwartet, dass ihre Aufgabe und die von Eilean Layden irgendwann zusammenwachsen werden.

Zurzeit ist Manja Yalcin damit beschäftigt, eine sogenannte Integrationslandkarte zu erstellen. Dort sind alle Akteure aufgeführt, die auf dem Feld der Flüchtlingsarbeit aktiv sind oder es noch werden wollen. Partner bei diesem ganzheitlichen Ansatz sind etwa die Volkshochschule bei der Sprachförderung, Wohlfahrtsverbände wie die Awo, Diakonie oder Caritas bei der Migrationsberatung. Beim Stichwort Bildung/Kultur nennt Manja Yalcin die Gerisch-Stiftung, das Kulturbüro der Stadt, (Sport-)Vereine, den Kreissportverband, die Freiwilligen Feuerwehren und natürlich die Kirchen und Moscheen. Partner beim Feld Arbeit und Ausbildung sind das Jobcenter und die Arbeitsagentur, beim Thema Gesundheit das Friedrich-Ebert-Krankenhaus.

Eine Idee ist es, in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband eine Traumaberatung anzubieten, so Manja Yalcin. Daneben ist der Aufbau einer Struktur für die ehrenamtlichen Helfer geplant. Sie sollen für ihre Aufgabe geschult werden.

Was sind Manja Yalcins erste Eindrücke? „Das ist eine sehr spannende Aufgabe, unglaublich vielfältig“, sagt sie. „Ich komme mit vielen Menschen in Kontakt, die mich motivieren und inspirieren. Es ist unglaublich zu erleben, welches Engagement es jetzt schon in Neumünster gibt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen