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Senioren-Aktion : Sicherheitstraining für Rollator-Fahrer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Über 20 Senioren übten gestern bei den VHH das korrekte Ein- und Aussteigen in den Bus / In schwierigen Situationen immer den Busfahrer um Hilfe bitten

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 17:00 Uhr

Wie steigt man mit einem Rollator richtig in den Bus ein? Wie muss ein Rollstuhl während der Fahrt stehen? Was tun, wenn man gleich aussteigen will, aber man den Busfahrer nicht erreicht? Diese und andere Fragen klärten gestern die Busfahrer Matthias Stoeck und Matthias Schmidt von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein auf einer Veranstaltung des Seniorenbüros. Über 20 Senioren, viele mit Rollator, übten nach einer Fragestunde praktisch auf dem Betriebsgelände an der Rendsburger Straße.

„Niemals vorwärts aussteigen, denn dann purzeln die Äpfel und Eier raus, und die Kiste Bier ist kaputt“: Launig, aber mit ernstem Hintergrund demonstrierte Stoeck mit einem Rollator, was dann passiert. Die Vorderräder geraten zwischen Bus und Bordstein, das Ganze kippt nach vorne – es droht akute Sturzgefahr. Auch Ängstliche probten dann den sicheren Rückwärtsgang aus dem Bus heraus. Mit seinem Kollegen im Rollstuhl demonstrierte Stoeck den richtigen Einstieg.

Davor hatte es eine Menge Tipps, aber auch kritische Bemerkungen gegeben. Die Fahrer informierten über Monats- und Tageskarten und wiesen auf die Möglichkeiten hin, die ein Schwerbehindertenausweis mit einem ,G’ (Gehbehinderung) und ,B’ (Begleitperson) hin. Mit einer Jahres-Wertkarte für 72 Euro können Betroffene so viel fahren, wie sie wollen. Rollatoren und Kinderwagen haben im Bus Vorrang gegenüber Fahrrädern, erzählte Stoeck. Außerdem würden Busfahrer regelmäßig geschult, um korrekt zu helfen oder an schwierige Haltestellen heranzufahren. Einige Senioren berichteten allerdings von zu rasanten Fahrern oder von Situationen, in denen nicht ausreichend geholfen wurde. Dazu gaben Stoeck und Schmidt einen eindeutigen Rat: „Reden Sie mit dem Busfahrer, trauen Sie sich zu fragen, beispielsweise wenn Sie am Bahnhof in einen Bus umsteigen wollen. Unsere Fahrer sind verpflichtet zu helfen“, ermutigten die Fahrer die Senioren. Jederzeit könnten Gäste auch das Ausklappen der Rampe wünschen.

Das Echo war positiv: „Das war gut, vor allem das Üben von Ein- und Aussteigen. Man hat Angst, dass etwas passiert“, sagte Ursula Kock (86) aus Wittorf. Insgesamt würde sie sich mehr Rücksicht wünschen: Für sie als Rollatorfahrerin seien die jungen Leute mit den Kinderwagen manchmal schon problematisch.“

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