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Holsteinischer Courier

20. Oktober 2017 | 20:20 Uhr

Sextäter muss jetzt doch ins Gefängnis

vom

Oberlandesgericht Schleswig hat die Revision des Mannes (73) verworfen

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Neumünster | Der pädophile Sexualstraftäter (73), der seit Jahren in Neumünster für Unruhe sorgt, muss nun doch acht Monate ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht Schleswig hat die Revision des Mannes verworfen. Das bestätigte die Gerichtssprecherin Rebekka Kleine gestern. Die Verurteilung des Kieler Landgerichts aus dem Februar dieses Jahres ist damit rechtskräftig.

Der 73-Jährige lebt seit Jahren in einem gutbürgerlichen Wohnviertel in Neumünster und gilt als unbelehrbar. Der ehemalige Abteilungsleiter einer Bank in Rheinland-Pfalz zog 2007 nach Schleswig-Holstein. Er ist einschlägig wegen Kindesmissbrauchs in 99 Fällen vorbestraft und verbüßte deswegen bereits neun Jahre Gefängnis (der Courier berichtete). Eine anschließende Sicherungsverwahrung hatte das Gericht bei dem Prozess 1999 jedoch nicht ausgesprochen. Der Versuch, diese 2011 nachträglich anzuordnen, scheiterte an der EU-Gesetzeslage. Weil sich der Mann aber nach der Entlassung aus dem Gefängnis trotz richterlichen Verbots wieder Kindern näherte, kam er erneut vor Gericht.

Landgericht verdoppeltedie Haftstrafe


Unter anderem soll der Mann ab Frühjahr 2012 Mädchen und Jungen in den Teichuferanlagen und auf einem Spielplatz an der Walter-Hohnsbehn-Straße sowie an der Ehndorfer Straße angesprochen haben. Das Amtsgericht Neumünster verhängte deshalb im August 2012 vier Monate Haft. In der Berufungsverhandlung verdoppelten die Kieler Richter dann das Strafmaß sogar auf acht Monate.

Nun muss die Staatsanwaltschaft dem 73-Jährigen die Ladung zum Strafantritt zustellen. Der Täter hätte aber die rechtliche Möglichkeit, gegebenenfalls Haftaufschub zu erwirken. Der Mann wird seit vergangenem Jahr fast durchgehend von der Polizei überwacht und muss seit Oktober 2012 eine Fußfessel tragen.

Als eine Amtsrichterin in Neumünster die Überwachung des Mannes kurzzeitig nicht verlängerte, um ihn persönlich anzuhören, gab es einen Sturm der Entrüstung. Auch das Justizministerium ließ sich berichten. Der Amtsgerichtsdirektor ordnete die sofortige Fortsetzung der Observation an. Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) wies den damals von Richterorganisationen geäußerten Verdacht einer unzulässigen Einflussnahme zurück.

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