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Warten auf Revision : Sextäter immer noch auf freiem Fuß

vom

Ein Sexualstraftäter aus Neumünster wurde im Februar verurteilt. Die Verteidigung legte Revision ein. Bis das Oberlandesgericht entscheidet, bleiben die Nachbarn in Sorge.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 12:15 Uhr

Neumünster | Vor einem guten Vierteljahr wurde er vom Landgericht Kiel zu zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Doch seitdem hat sich noch nichts geändert. Der vorbestrafte pädophile Sexualstraftäter (73), der in Neumünster in einem gutbürgerlichen Wohngebiet lebt, hatte damals Rechtsmittel eingelegt und ist deshalb nach wie vor auf freiem Fuß - und viele junge Familien in der Nachbarschaft sind weiterhin in Sorge.
Der Mann, der bereits wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen neun Jahre im Gefängnis gesessen hat, war im Februar dieses Jahres wegen Verstoßes gegen die Führungsaufsicht in drei Fällen in einer Berufungsverhandlung vor dem Kieler Landgericht zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Laut Urteil hatte er "trotz eines Verbots Kinder aktiv und zielgerichtet angesprochen und sich ihnen unangemessen genähert".

Bewacht von der Polizei - "solange es hell ist"


"Er geht hier oft zu Fuß durch die Straßen", berichtete ein besorgter Vater. Allerdings kann der Rentner das nach wie vor kaum unbeobachtet tun. Denn seit mehr als einem Jahr wird er fast durchgehend von der Polizei observiert - in den Zeiten, wo Kinder auf der Straße sein könnten. "Wir sind da, solange es hell ist", erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel.
Wann und ob der Mann seine Haftstrafe antreten muss, steht derweil noch in den Sternen. "Gegen die letzte Entscheidung wurde Revision eingelegt. Die Sache geht demnächst ans Oberlandesgericht", erläuterte Landgerichtssprecher Sebastian Brommann. Erfahrungsgemäß wird es dann noch einige Wochen dauern, bis es eine Entscheidung gibt. Brommann bestätigte, dass der Mann zusätzlich zur polizeilichen Überwachung nach wie vor auch eine elektronische Fußfessel tragen muss.

Keine Auffälligkeiten seit dem Urteil


Weitere bemerkenswerte Vorfälle hat es seit dem Urteil im Februar laut Oberstaatsanwalt Axel Bieler offenbar nicht mehr gegeben. Weitere Kinder hat der Mann in jüngster Zeit demnach nicht angesprochen. Der zuständige Staatsanwalt weiß nur von "einigen Kleinigkeiten". So sei zum Beispiel "die Akzeptanz für die laufenden Überwachungsmethoden nicht recht gegeben", sagte Bieler. Der Rentner habe sich zum Beispiel eine Zeit lang dagegen gesträubt, den Akku seiner elektronischen Fußfessel aufzuladen, hieß es.
Für die Nachbarn ist das alles nur ein schwacher Trost. "Wir sind schon ziemlich erschüttert, dass der Mann nach all der Zeit immer noch frei herum läuft. Und wir bleiben wachsam", kündigte ein Vater aus dem Wohnviertel an.
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