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Neues Zahlungssystem : Sepa: Stadt schreibt alle Haushalte an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Steuerpflichtige müssen neues Mandat erteilen, um nicht aus dem Lastschrifteinzugsverfahren zu fallen. Auch Wasbek und Bönebüttel sind betroffen.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Wer Steuern und Gebühren in Neumünster per Lastschrift-Einzugsverfahren bezahlt, erhält in der kommenden Woche Post von der Verwaltung. Dem Schreiben liegt eine „Erteilung eines Sepa-Lastschriftmandats“ bei. Diese muss unterschrieben an die Stadt zurückgesandt oder im Rathaus abgegeben werden. „Damit wird sichergestellt, dass die Lastschriften auch nach dem 31. Januar 2014 problemlos abgebucht werden können“, erklärt Jörg Voß, Kassenverwalter der Stadtkasse. Andernfalls droht das bestehende Einzugsverfahren zu erlischen.

Hintergrund: Ab Februar kommenden Jahres wird der europaweit einheitliche Zahlungsverkehr Sepa (Single Euro Payments Area) eingeführt. Damit werden bargeldlose Zahlungen innerhalb der Europäischen Union vereinheitlicht, so dass es für Bankkunden keine Unterschiede mehr zwischen nationalen und internationalen Zahlungen gibt. Der Zahlungsverkehr zwischen den Ländern soll damit schneller, sicherer und günstiger werden.

Während viele Vereine, Verbände, Firmen und Organisationen per sogenannter Wandlung einfach das bestehende Lastschrift-Einzugsverfahren umstellen und keine neue Legitimation benötigen, hat sich die Stadt für die rechtssichere Variante entschieden. „Wir wollen ein original unterschriebenes Sepa-Lastschriftmandat, um Forderungsausfälle zu vermeiden – zum Beispiel bei Insolvenzen“, begründet Voß den Schritt. Ein Insolvenzverwalter könne den Nachweis fordern. Liege dieser dann nicht vor, gebe es für die Stadt Probleme, ihr Geld zu bekommen.

Rund 26 000 Haushalte haben diesen Vordruck bald im Briefkasten, manche auch mehrmals. Das Mandat ist nämlich steuerabhängig. Wer zum Beispiel Grundsteuern bezahlt, aber auch noch einen Hund besitzt, für den er Hundesteuer abgibt, erhält zwei Briefe und muss zweimal unterschreiben. „Dieser Vorgang ist einfacher und effektiver. Es wäre zu großer Aufwand, alle Unterlagen durchzuschauen nach denjenigen, die bereits einmal eine Original-Unterschrift geleistet haben“, sagt Stadtrat Oliver Dörflinger. Die reinen Sachkosten in Höhe von rund 14 000 Euro für die Aktion stehen bereits im Haushalt. „Diese Kosten wären so oder so entstanden, weil wir alle Bürger über die Umstellung auf Sepa informieren müssen“, sagt Jörg Voß.

Er hofft nun auf eine hohe Rücklaufquote. Erste Erfahrungen gibt es schon aus den von Neumünster mitverwalteten Orten Bönebüttel und Wasbek. In Bönebüttel wurden die Bürger nach den Sommerferien angeschrieben. 70 Prozent der Steuerpflichtigen dort haben bereits geantwortet. Die Wasbeker haben vor zwei Wochen Post erhalten. Hier liegt die Rücklaufquote bisher bei rund 50 Prozent. Wer sich nicht meldet, fällt Ende Januar 2014 aus dem Einzugsverfahren und muss seine Steuern dann selbst überweisen. Vergisst man das, droht ein Mahnverfahren.

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