Baupläne : Seniorenwohnungen für Einfeld

Stadtplaner Bernd Heilmann (rechts) zeigte auch erste Skizzen und Ideen zum neuen Wohngebiet.
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Stadtplaner Bernd Heilmann (rechts) zeigte auch erste Skizzen und Ideen zum neuen Wohngebiet.

Stadtplanung und Stadtteilbeirat greifen alte Pläne für Hinterlandbebauung zwischen Kreuzkamp und Stubbenkammer wieder auf

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15. Januar 2015, 10:00 Uhr

Neumünster | Ideen für eine Hinterlandbebauung auf den Gartengrundstücken zwischen Kreuzkamp und Stubbenkammer in Einfeld sind eigentlich ein alter Hut. Doch nun scheint das Thema wieder brandaktuell und hat auch einen neuen Akzent. Entstehen könnten nicht nur Baugrundstücke für Einfamilien- oder Doppelhäuser, sondern auch für seniorengerechtes Wohnen. Im Stadtteilbeirat stieß das Thema auf großes Interesse; 70 Zuhörer kamen zur Sitzung in der Mensa des Schulzentrums.

„Viele, die älter werden, müssen den Stadtteil verlassen“, gab Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock zu bedenken und begrüßte den neuen Anlauf. Eine Versammlung der Anlieger im April 2014 und eine Umfrage zwischen Mai und August hatten ergeben: „Ja, es lohnt sich, über das Thema zu sprechen“, sagte Radestock. Bernd Heilmann und Evelyn Krüger von der Stadtplanung stellten die Ergebnisse der Befragung vor.

Das Gebiet ist zweigeteilt und besteht aus 15 privaten und fünf städtischen Gartenparzellen im Norden und rückwärtigen Gartengrundstücksflächen von der Stubbenkammer aus. Insgesamt sind es rund 35 000 Quadratmeter. Nur wenige Eigentümer nutzen ihre Parzellen oder Gärten noch aktiv. „Das Gebiet ist unbebaut, liegt brach und schreit förmlich danach, erschlossen zu werden“, sagte Evelyn Krüger. Etwa zwei Drittel der Eigentümer stünden einer Hinterlandbebauung positiv gegenüber und bevorzugten dabei eine Mischung aus Wohnbebauung und Seniorenwohnanlage. Nur 11 Prozent lehnten eine Bebauung strikt ab.

Die Stadtplaner zeigten auch schon erste Skizzen für eine mögliche Bebauung im Verhältnis 75 Prozent Wohnbebauung zu 25 Prozent für eine Seniorenanlage. Sollen sie Wirklichkeit werden, sind ein Bebauungsplan und ein Bodenumlegungsverfahren nötig, machte Heilmann deutlich. Beides dürfte etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Umlegungsverfahren und Bebauungsplanung laufen parallel, erläuterte Roland Clausen, der Geschäftsstellenleiter des Umlegungsausschusses. Mit der Wandlung von Garten- zu Rohbauland sei ein Wertsteigerung verbunden, die allen zu Gute komme, so Clausen.

Doch was passiert, wenn Eigentümer partout nicht am Verfahren teilnehmen und auch nicht verkaufen, sondern ihren Garten behalten wollen? „Wir können weitgehend auf die Bedürfnisse der Betroffenen Rücksicht nehmen“, sagte Heilmann. Diese Eigentümer würden ihr Grundstück nach der Umlegung wieder zugeteilt bekommen. Um eine Beteiligung an den Kosten der Umlegung und Erschließung kommen sie aber nicht herum, machte Heilmann mit dem Argument der Wertsteigerung des Grundstücks klar.

STANDPUNKT

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Im Neubaugebiet nördlich des Looper Wegs sind altengerechte Wohnungen vorgesehen. Und jetzt nehmen ähnliche Pläne zwischen Stubbenkammer und Kreuzkamp Gestalt an. Einfeld folgt in dieser Hinsicht Tungendorf  und der Gartenstadt. Neumünster altert, und damit steigt der Bedarf an barrierefreiem und seniorengerechtem Wohnraum auch in den Stadtteilen. Viele Einfelder wollen auch  im Alter  in ihrem Stadtteil wohnen bleiben. Hier haben sie Freunde, Nachbarn, die Familie, kurzum ihre Wurzeln und ihr soziales Gefüge.  Auf der anderen Seite gibt es auch in Einfeld viele Gebiete, die sich förmlich für eine Hinterlandbebauung anbieten. Die einst für die Selbstversorgung benötigten langen und schmalen Siedlergrundstücke sind nicht mehr zeitgemäß und für viele Eigentümer eher zur Last geworden. Man kann mit der Kombination von Hinterlandbebauung und seniorengerechten Wohnungen also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dass Umlegungsverfahren funktionieren, zeigen Beispiele wie  die Parchimer Straße in unmittelbarer Nachbarschaft. Natürlich muss man auch skeptische Eigentümer ernst- und mitnehmen.

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