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Boostedt : Seniorenbeirat: Zwei Frauen nehmen einen neuen Anlauf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am 18. April soll das Gremium in Boostedt gewählt werden. Mindestens drei Kandidaten fehlen noch.

Boostedt | Die Zukunft des Seniorenbeirats in Boostedt steht auf wackeligen Beinen. Nachdem sich im November keine Kandidaten für die Neuwahl zum Beirat gefunden hatten, gewährte die Gemeinde einen Aufschub bis zum 18. April. Erklären sich dann nicht mindestens drei Senioren bereit, die Interessen ihrer Generation zu vertreten, droht dem Beirat das Aus.

„Die Situation ist ernst“, stellt Hanne Lore Rathmann gegenüber dem Courier fest. Die 74-Jährige vertritt seit knapp vier Jahren als Vorsitzende die Generation 60 plus in Boostedt und hat kürzlich in einem öffentlichen Rundschreiben ihre erneute Kandidatur bekannt gegeben. „Eigentlich wollte ich aus privaten Gründen aufhören, aber wir möchten nicht, dass der Beirat zerbricht“, erklärt sie. Auch Elke Kohrt (75) ist wieder im Boot, obwohl die stellvertretende Vorsitzende im November nach zwölf Jahren ebenfalls ihren Abschied bekannt gegeben hatte. Was die beiden aktiven Rentnerinnen wurmt, ist die mangelnde Bereitschaft unter ihren Altersgenossen. In dem Rundbrief beklagen sie: „Es kann doch nicht angehen, dass wir in Boostedt mit über 1400 Senioren nicht in der Lage sind, einen Seniorenbeirat zu wählen!“ Boostedt zählt insgesamt etwa 4500 Einwohner. „Wenn die Interessenvertretung wegfällt, wer setzt sich dann für uns ein?“, fragt Hanne Lore Rathmann.

Sie erklärt das Mitwirkungsrecht des Beirats in der Gemeinde: „Es geht um die Teilhabe an der sozialen Gemeinschaft. Bei allen sechs politischen Ausschüssen sowie bei den Gemeinderatssitzungen ist immer einer von uns dabei, wir dürfen auch zu den nicht öffentlichen Punkten der Tagesordnung bleiben. Ganz praktisch können wir uns dafür einsetzen, dass zum Beispiel die Bürgersteige in der Twiete nicht so hoch gebaut werden.“ Außerdem besucht der Beirat die Pflegeheime in Boostedt und organisiert natürlich auch gesellige Veranstaltungen. Gebraucht werden mindestens drei weitere Kandidaten, die bereit sind, für die Dauer von drei Jahren ein Ehrenamt zu übernehmen. Die Satzung sieht nämlich fünf Mitglieder vor. „Ansonsten wird der Beirat aufgelöst, oder die Gemeindevertreter müssen einer Satzungsänderung zustimmen“, schilderte Elke Kohrt. Zeitintensiv ist die Aufgabe mit drei Stunden im Monat nicht. Elke Kohrt appelliert daher: „Trauen Sie sich, ein Ehrenamt mit Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es für drei Jahre verbindlich ist. Wir helfen bei der Amtseinführung.“ 


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