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Bürgerbefragung : Senioren wünschen Nachbarschaftshilfe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Awo hat die Ergebnisse einer Bürgerbefragung vorgestellt. Viele ältere Menschen scheuen sich, bei Schwierigkeiten um Unterstützung zu bitten.

Neumünster | Die meisten Menschen wollen dort wohnen, wo sie sich auskennen und wohlfühlen. Doch was in jungen Jahren noch selbstverständlich scheint, gilt für das Leben im Alter nicht immer. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat sich daher mit der Frage auseinandergesetzt, welche Angebote nötig sind, damit Senioren so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben können. Dazu haben im September in Wittorf (wie berichtet) und im Bereich rund um den Wasserturm Bürgerbefragungen stattgefunden. Die Ergebnisse für das Quartier um den Wasserturm wurden gestern im Awo-Stadtteilcafé an der Schillerstraße vorgestellt.

Rund 60 Senioren waren der Einladung der Awo gefolgt und hörten zunächst einen Vortrag von Roland Weigel aus Gelsenkirchen, der sich intensiv mit dem Thema Quartiersarbeit in Deutschland beschäftigt. „Das perfekte Quartier beinhaltet kompetente Ansprechpartner, eine funktionierende Infrastruktur, einen gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr, Treffpunkte der Kommunikation und eine gute Nachbarschaft“, erläuterte der Experte den Besuchern.

Wie wichtig den Senioren im Bereich zwischen Christianstraße, Schillerstraße oder Klosterstraße solch eine funktionierende Nachbarschaft ist, wurde anhand der Ergebnisse der Awo-Aktion deutlich. Befragt wurden 120 Menschen im Alter von 61 bis 96 Jahren. 86 Prozent gaben an, dass sie bei Schwierigkeiten gerne auf eine Nachbarschaftshilfe zurückgreifen würden. 66 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich an einer solchen Form der Unterstützung auch beteiligen würden. Dennoch ist die Hemmschwelle bei vielen Senioren hoch, wenn es darum geht, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. 36 Prozent der Teilnehmer sagten, ihre Nachbarn kaum zu kennen. „Demzufolge scheuen sich viele, um Rat zu fragen“, sagte Projektkoordinatorin Anike Ohmes.

Hilfe wünschen sich die Senioren in verschiedenen Bereichen. 28 Prozent benötigen Unterstützung im Haushalt oder würden sich über einen gelegentlichen Besuchsdienst freuen. 22 Prozent wünschen sich begleitete Spaziergänge oder Hilfe beim Einkaufen.

Die Ergebnisse der Befragung sind jetzt die Grundlage für zwei Fördermittelanträge, die die Awo bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk gestellt hat. Das Ziel ist es, in Wittorf und im Bereich um den Wasserturm je eine hauptamtliche Kraft einzusetzen, die die Wünsche der Senioren gemeinsam mit den Beteiligten und Akteuren aus Stadt und Politik umsetzt. Anike Ohmes ist guter Dinge, dass das gelingt: „Man merkt, dass es der Stadt ein Anliegen ist, das Thema voranzubringen.“

 

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erstellt am 20.Dez.2016 | 08:15 Uhr

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