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Sorgen in Gadeland : Senioren wird der Geldautomat fehlen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Sparkasse zieht sich komplett aus Gadeland zurück. Ältere Anwohner fürchten lange Wege und Gebühren. Die Volksbank lässt einen Apparat in Faldera.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Viele ältere Gadelander sind besorgt: Wenn die Sparkassen-Filiale an der Ecke Segeberger Straße/Kummerfelder Straße Ende September zugemacht wird, verschwindet mit ihr auch der Geldautomat. Der nächste Apparat der Sparkasse befindet sich dann in rund einem Kilometer Entfernung bei Famila.

„Das ist für viele Senioren zu weit“, beklagt Anwohner Friedrich-Wilhelm Rohlf (69). Er selbst fährt zwar noch Auto und kann die Strecke problemlos überbrücken. Dennoch macht auch er sich Gedanken um die Zukunft. „Man weiß ja nie, wie lange man noch mobil ist. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, hat nur noch die Wahl, zum Beispiel am Automaten der Volksbank wenige Meter weiter Gebühren zu zahlen oder mit Bus oder Taxi Richtung Famila oder Innenstadt zu fahren“, meint Rohlf.

Immer wieder ist das Problem in den vergangenen Wochen unter älteren Anwohnern ein Gesprächsthema im Stadtteil. „Ein Seniorin hatte vor ein paar Tagen schon Tränen in den Augen, als wir über die neue Situation sprachen“, sagt Rohlf über die Stimmung. „Wenigstens den Automaten hätten sie uns doch lassen können“, sind sich viele einig. Das sieht die stellvertretende Stadtteilbeiratsvorsitzende Alexandra Mallon (SPD) ähnlich. „Für die ältere Bevölkerung hier ist das sehr bedauernswert. Ich halte das für keine gute Entscheidung, denn in Gadeland leben nun mal viele ältere Leute“, sagt sie.

In ihrer Not haben sich die älteren Gadelander bereits an den Seniorenbeirat gewandt. „Wir hatten hier einige Beschwerden aus Gadeland“, erklärt Heinz Fieroh, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Er möchte jetzt möglichst schnell das Gespräch mit der Sparkasse Südholstein suchen. „Ein Treffen ist im August geplant. Wir wollen versuchen, etwas anzuschieben, damit wenigstens der Automat bleibt“, erklärt Fieroh.

„Ich kann da leider wenig Hoffnung machen“, bedauert die Sparkassen-Sprecherin Imke Gernand. Sie erklärt: „Wir haben uns die Infrastruktur sehr genau angeschaut. Es fährt ein Bus Richtung Famila. Die Erreichbarkeit ist also gegeben.“ Nach Einschätzung der Sparkasse habe sich das Zentrum von Gadeland mehr Richtung Famila verlagert. Die Automaten in Einkaufsmärkten würden schon lange deutlich stärker frequentiert als die in den Filialen, heißt es.

Das gilt auch für die zweite Filiale, die die Sparkasse zeitgleich an der Ehndorfer Straße 153 schließend wird. Auch in Faldera wird kein Geldautomat bleiben. Allerdings kamen aus diesem Stadtteil diesbezüglich noch keine Beschwerden – und das, obwohl es die Falderaner fast doppelt schlimm getroffen hätte: Morgen schließt dort nämlich auch die Volksbank-Geschäftsstelle an der Wasbeker Straße 145. Bislang hieß es, auch hier würde der Automat ersatzlos mit abgebaut. Auf Nachfrage konnte Volksbank-Sprecherin Anna Wiatrok jetzt aber die gute Nachricht mitteilen: „Unser Automat wird am alten Standort bleiben. Wir konnten uns mit dem Vermieter einigen.“

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