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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 16:07 Uhr

Volkshochschule : Seit 70 Jahren am Puls der Zeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

130 Gäste feierten im Kiek In das runde Jubiläum der Volkshochschule.

Neumünster | Vom Philosophiekursus über den Bastelkreis bis zum Heilkräuterseminar: Die Volkshochschule (VHS) Neumünster bietet Wissbegierigen jeden Alters an, sich weiterzubilden. Am Freitagabend feierte das kommunale Weiterbildungszentrum sein 70-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum kamen rund 130 geladen Gäste ins Kiek In an der Gartenstraße.

Im Zentrum des Abends stand eine Gesprächsrunde, in der die Moderatorin des Abends, Birgitt Uhlen-Blucha, die Teilnehmer zu ihren Erfahrungen mit der VHS befragte. „Bildung und Demokratie hängen zusammen. Seit 70 Jahren bietet die VHS Neumünster ein Bildungsangebot für alle, und hilft Menschen, ihr Potential zu entwickeln“, beschrieb die Moderatorin.

Am 7. Mai 1946 eröffnete die Einrichtung dank der britischen Besatzer wieder ihre Türen, wie Leiter Dr. Björn Otte erzählte. „Seitdem ist die VHS mehrmals umgezogen, sie war im Caspar-von-Saldern-Haus und in der Klaus-Groth-Schule“, erzählte Otte, der auf fünf Vorgänger zurückblicken kann. Mit 150 VHS weise Schleswig-Holstein eine hohe Dichte im bundesweiten Vergleich auf, sagte Dr. Martin Lätzel, Vertreter des Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa. Er sieht in den Fragen nach Identität, Integration und Digitalisierung Herausforderungen der Gesellschaft: „Diese Herausforderungen hängen mit der VHS zusammen, die wie ein Knotenpunkt der Demokratie wirkt.“

Der Volkshochschüler Mehdi Mohamadi (17), der aus Afghanistan geflüchtet ist und in der Gartenstraße für seinen Hauptschulabschluss lernt, betonte: „Zuhause hatte man mir beigebracht, dass ich mich über Bildung entwickeln kann. Ich bin für diese Chance dankbar.“

Bodo Fiebig (65) ist einer der fleißigsten Kursbesucher, über 170 Seminare hat er in 38 Jahren hinter sich gebracht. „Lebenslanges Lernen macht das Leben lebenswert“, sagte der wissbegierige Rentner. An seinen ersten Kursus 1978 kann er sich noch erinnern: „Er hieß ‚Gruppendynamische Selbsterfahrung‘. Seitdem habe ich in alle möglichen Bereiche hineingeschnuppert, von chinesischer Kalligrafie über einen Überlebenskursus war vieles dabei. Ich habe auch einen Sportbootführerschein gemacht.“ Er stellte fest, dass sich die VHS entwickelt hat: „Das Programm ist im Laufe der Jahre deutlich umfangreicher geworden. Es gibt mittlerweile auch Angebote am Vormittag.“

Am Puls der Zeit zu sein, ist dem Leiter des Bildungszentrums ein Anliegen. „Wir nehmen Impulse auf und sind offen für Ideen“, sagte Björn Otte. Die VHS finanziert sich über die Kursusgebühren und die Zuschüsse von der Stadt. „Sie ist ein wichtiger Partner für die Integration“, betonte Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger.

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