Stadtgeschichte : Seit 100 Jahren gibt es ein Museum

Stolz präsentierten die Studenten um Professorin Silke Göttsch-Elten (rechts) ihren Stadtplan. Museumsleiterin Astrid Frevert (6. von links) ist von dem Engagement der zukünftigen Volkskundler begeistert.
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Stolz präsentierten die Studenten um Professorin Silke Göttsch-Elten (rechts) ihren Stadtplan. Museumsleiterin Astrid Frevert (6. von links) ist von dem Engagement der zukünftigen Volkskundler begeistert.

Volkskunde-Studenten aus Kiel zeigen bis Februar im Museum Tuch + Technik die Geschichte der Museen in Neumünster

shz.de von
30. November 2013, 07:00 Uhr

Glaubt man den Worten von Vera Tönsfeldt war Max Kirmis an der Holstenschule ein lustiger Lehrer. „Seine Schüler haben ihn geliebt“, erklärt die Studentin der Europäischen Ethnologie / Volkskunde in Kiel. Und sie muss es wissen. Gemeinsam mit 15 Kommilitonen hat sie über fast drei Semester zur Geschichte der Museen in Neumünster geforscht. Die wird im kommenden Jahr 100 Jahre alt. Ab heute bis zum 23. Februar zeigen die Studenten in einer neuen Ausstellung im Museum Tuch + Technik am Kleinflecken die ungewöhnlichen Stationen und die Kernaufgaben der Museen in der Stadt.

Max Kirmis steht dabei am Anfang, sozusagen als Gründer. Er fing bereits ab 1909 an, „heimatliche Dinge“ zu sammeln. Dazu zählten neben alltäglichen Gegenständen vor allem Schlüssel. „Es gibt speziell in Neumünster hergestellte Schlüssel“, sagt Vera Tönsfeldt und zeigt auf eine Vitrine, in der eine Auswahl der Originale liegt. Das Material für die Ausstellung haben die Masterstudenten in unzähligen Stunden nicht nur in den Depots, sondern auch im Stadtarchiv und in der Sammlung Walter Erben von Monika Krebs gefunden. 1914 entschied die Stadt dann, ein Museum in der Holstenschule einzurichten und kaufte Max Kirmis – der Museumsleiter wurde – seine Sammlung ab.

Die Studenten haben ihre Präsentation in sechs Stationen gegliedert: Sammeln, Bewahren, Vermitteln, Ausstellen und Forschen. Besonders interessant ist die sechste Station – ein Stadtplan, der die Standorte der Museen im Stadtgebiet im Laufe des Jahrhunderts mit Fotos dokumentiert. So erfährt der Besucher, dass Ausstellungen schon mal in der Villa Simons, in Nebenräumen des Friedrich-Ebert-Krankenhauses, auf der Klosterinsel oder von 1953 bis 1962 sogar in den Ställen der Holstenhallen untergebracht waren. Insgesamt gab es sieben Standorte. „Oft herrschte Platznot in den Übergangslösungen“, erklärt Professorin Silke Göttsch-Elten, die das Seminar leitete. Es ist ein aufschlussreicher, interessanter „Blick hinter die Kulissen“ (so der Titel) der Museumsgeschichte und ihrer Trends als Heimatmuseum, städtisches Museum bis hin zum heutigen Textilmuseum. Gefördert wurde das Projekt vom Land.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung finden jeweils sonntags von 12 bis 13 Uhr am 15. Dezember, 12. Januar und 16. Februar statt. Die Kosten betragen 2,50 Euro zuzüglich zum Museumseintritt. Eine spezielle Kinderführung mit Aktionen ist für den 5. Januar und den 2. Februar, jeweils um 14 Uhr, geplant. Hier ist ein Euro Materialbeitrag zusätzlich zum Museumseintritt zu bezahlen. Das Museum ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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