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LaLeLu in Neumünster : Seichter Start und furioses Finale

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Quartett „LaLeLu“ bot in Neunmünster Kabarett und A-Cappella vom Feinsten – allerdings erst im zweiten Teil seines Programms.

Das Show-Quartett „LaLeLu“ war am Freitagabend im Theater in der Stadthalle – mit einem ziemlich zwiegespaltenen Programm. Positiv formuliert, haben sich die vier quirligen Comedy-Sänger während ihrer Zweieinhalb-Stunden-Show „Muss das sein? – Das Trendprogramm“ gesteigert. Man kann es aber auch so sagen: Der erste Teil war schlicht langweilig, der zweite dafür überwältigend gut.

Nach der Pause waren die Vollblut-Künstler wie auf Knopfdruck ausgewechselt und zeigten, was die Besucher von den erfahrenen Bühnenprofis erwarteten: Niveau, Pointen, Einfallsreichtum. Leider erlebten nicht alle der anfänglich 490 Besucher die Blüten der sympathischen Hamburger Künstler, denn einige gingen schon vor der Pause.

Es waren Szenen wie das Lied einer Ehefrau über routinierten Mittwochs-Sex oder die Albernheiten über Männer in Frauenkleidung, die einige Zuschauer das Weite suchen ließen. „Vieles davon hat man schon zu oft gesehen. Udo Lindenberg zu doubeln, ist nicht sehr einfallsreich. Es ist manchmal öde und platt“, sagte Katrin Emmert in der Pause. Die Bönebüttelerin hoffte auf die zweite Halbzeit – nach dieser dürfte sie hochzufrieden und mit heißgeklatschten Händen den Saal verlassen haben. Drei satte Zugaben erjohlte, ertrampelte und erklatschte sich das Publikum, die LaLeLu gerne gaben.

Während im ersten Teil nach den Szenen kurz artig applaudiert wurde, war im zweiten immer irgendwo in den Reihen spontanes Losprusten oder feixendes Gekicher zu hören. Urkomisch waren die Lieder über Hundehalter und ihre Macken, und beim Stück über Verschwörungstheorien zur stumpfen Melodie von Trios „Da Da Da“ blieb kaum ein Auge trocken. Es war einfach herrlich, wie der Bassist Tobias Hanf Prominente wie Dieter Bohlen, Joachim Löw oder Cem Özdemir parodierte.

Was sich trotz der inhaltlichen Unterschiede allerdings konsequent durch beide Hälften zog, war die hohe Qualität des Handwerks. Jan Melzer, Frank Valet, Sanna Nyman und Tobias Hanf können einfach großartig singen und haben eine starke Bühnenpräsenz. Sie beherrschen hervorragend die Kunst des A-cappella-Gesangs und verblüfften immer wieder damit, dass menschliche Kehlen Musikinstrumente ersetzen können. Kein Wunder, sind die vier Comedy-Künstler doch ausgebildete Sänger beziehungsweise Musiker mit reichlich Bühnenerfahrung.

Es war ihr zweiter Besuch in Neumünster und die Auftaktveranstaltung der Reihe „Kultur mit Biss“ in dieser Saison. Die nächste Veranstaltung der Kabarett-Reihe findet am 10. Dezember mit Bernd Stelter statt.

 

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