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Verkehrslage in Neumünster : Seib: „Der OB hat uns beim Großflecken ausgetrickst“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lokalpolitiker Jörn Seib findet beide Varianten des Bürgerentscheids ungünstig. Er ist verärgert über Bürgermeister und Verwaltung. Beim Entscheid können die Neumünsteraner über die künftige Verkehrsführung auf dem Großflecken abstimmen.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 05:30 Uhr

Neumünster | Die zukünftige Verkehrsführung auf dem Großflecken beschäftigt nicht nur die Einzelhändler, sondern auch immer noch die Ratsmitglieder. Jörn Seib, Fraktionsvorsitzender vom Bündnis für Bürger/Piraten, findet beide Varianten des Bürgerentscheids ungünstig und ärgert sich über den Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und seine Verwaltung. Die Neumünsteraner haben beim Bürgerentscheid die Wahl: Sie stimmen über eine Sperrung des Großfleckens für den Durchgangsverkehr ab. Oder der Großflecken bleibt offen,  die Zufahrt über „Pförtnerampeln“ geregelt.

„Der OB hat immer gesagt, ein Einkaufszentrum könne es nur geben, wenn der Großflecken gesperrt wird. Dass das nun nicht mehr gelten soll, wundert mich sehr. Der OB hat uns ausgetrickst“, sagte Seib zum Holsteinischen Courier.

In der vergangenen Ratssitzung hatte Tauras auf Anfrage der SPD gesagt: „Nein, es ist nicht richtig, dass das Einkaufszentrum nur genehmigungsfähig war, wenn künftig der Durchgangsverkehr auf dem Großflecken reduziert wird.“ Gleichzeitig beruft Tauras sich auf das „Verkehrskonzept Innenstadt“, das der Bauausschuss am 15. September 2011 einstimmig beschlossen hat. Als oberste Ziele werden dort genannt: „Entlastung der Innenstadt durch Bündelung des Durchgangsverkehrs auf den Stadtring“ und „Verkehrsberuhigung des Großfleckens“. Weil diese Ziele gelten, müssen sie nach den Aussagen des OB auch umgesetzt werden – entweder per Sperrung mit Verlagerung des Verkehrs in die Seitenstraßen/auf den Ring oder durch lange Rot-Phasen an den Pförtnerampeln am Gänsemarkt und am Rathaus. „Diese Pförtnerampeln sind doch eine Katastrophe. Wer hat sich so etwas bloß ausgedacht?“, fragt Seib. Seine Fraktion sei ja gar nicht generell gegen eine grundsätzliche Sperrung des Großfleckens für den Durchgangsverkehr. „Aber uns fehlt das Vertrauen zum Oberbürgermeister“, sagt Seib.

In der Sache hat die Fraktion BFB/Piraten sich noch nicht festgelegt. „Es gibt kein einheitliches Meinungsbild bei uns. Aber das macht auch nichts, denn schließlich sollen die Bürger am 25. Mai die Entscheidung treffen“, sagt Seib. Nur wenn nicht genügend Neumünsteraner abstimmen und der Bürgerentscheid ungültig ist, muss die Ratsversammlung über die Zukunft des Großfleckens entscheiden – auf der bereits terminierten Sondersitzung am 3. Juni.

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