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Boostedt/Grossenaspe : Segeberger werden Müll nun in Neumünster los

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wege-Zweckverband steigt beim Wertstoffzentrum in Wittorferfeld mit ein

shz.de von
erstellt am 12.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Privatleute und Gewerbetreibende aus den Gemeinden des Kreises Segeberg können ab sofort ihre Abfälle und Wertstoffe auf dem Recyclinghof im Wertstoffzentrum der Stadtwerke Neumünster (SWN) in Wittorferfeld entsorgen. Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und der Verbandsvorsteher des Wege-Zweckverbandes Segeberg (WZV), Jens Kretschmer, unterzeichneten gestern den Vertrag zur interkommunalen Kooperation.

Auch bisher wurden Anlieferer mit SE-Kennzeichen nicht abgewiesen, allerdings bewegten sich die Stadtwerke damit laut Dr. Norbert Bruhn-Lobin, Geschäftsführer der SWN Entsorgung GmbH, in einer Grauzone. Denn eigentlich sind die Kreise für die Abfallentsorgung zuständig. Somit hätten Boostedter, Großenasper oder Groß Kummerfelder zur rund 15 Kilometer entfernten WZV-Deponie nach Schmalfeld fahren müssen. „Nun werden die Wege kürzer, weil viele aus dem Umland sowieso zum Einkaufen oder Arbeiten in die Stadt fahren und dann gleich ihren Müll mitnehmen können“, so Bruhn-Lobin.

„Wir zünden mit der Zusammenarbeit die dritte Stufe. Neben unseren eigenen Recyclinghöfen in Schmalfeld, Damsdorf und Bad Segeberg besteht seit 2005 eine Kooperation mit der Stadt Norderstedt für den dortigen Recyclinghof, der unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen hat“, sagte Jens Kretschmer. Dem WZV gehe es nicht nur um mehr Bürgerfreundlichkeit, sondern auch darum, weitere Erfahrungen zu sammeln.

Auch Olaf Tauras begrüßte den neuen Vertrag: „Durch diese Kooperation unterstreichen wir die Stadt-Umland-Beziehung. Neumünster wird als Oberzentrum weiter gestärkt“, so der OB.

Wirtschaftlich soll sich die Zusammenarbeit der gleichberechtigten Partner ebenfalls lohnen. Noch schreibt das SWN-Wertstoffzentrum zwar rote Zahlen. „Wir haben einen Fehlbedarf von 20 Prozent“, so Bruhn-Lobin. An den Kosten beteiligt sich der WZV nun mit einem Drittel. Ziel ist aber die schwarze Null. So soll die Zahl der Anlieferungen von derzeit rund 33 000 pro Jahr in den kommenden drei Jahren um zehn Prozent und mittelfristig auf 40 000 gesteigert werden.

Fremd sind sich der WZV und die SWN übrigens nicht. Seit 20 Jahren wird auf dem Gebiet der Abfallbehandlung und -entsorgung zusammengearbeitet. Aktuell laufen die Planungen für die neue Biogasanlage in Wittorferfeld. „Das Genehmigungsverfahren zum Immissionsschutz ist ohne Einsprüche abgeschlossen. Wir erwarten die Baugenehmigung Ende des Monats“, so Bruhn-Lobin. Anfang 2016 soll die 14 Millionen Euro teure Anlage in Betrieb gehen.

Mit den Abfallwirtschaftsunternehmen der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön wird es in absehbarer Zeit allerdings wohl keine Zusammenarbeit geben. „Die Wege für die Bürger sind zu weit und das Interesse gering“, so Bruhn-Lobin.

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