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Holsteinischer Courier

18. November 2017 | 02:13 Uhr

Südfriedhof : „Seelenfrieden“ im Ruheforst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Donnerstag gab es die erste Beisetzung im Wäldchen auf dem Südfriedhof. Apostelgarten steht kurz vor der Vollendung

von
erstellt am 21.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Aufmerksame Besucher haben es schon bemerkt: Der „Seelenfrieden“, das Waldstück für Beisetzungen auf dem Südfriedhof, ist nahezu fertig gestellt. Am Donnerstag gab es dort die erste Urnen-Bestattung.

„Das Bedürfnis nach einer Bestattung im Wald ist da“, sagt Peter Lang, der Leiter der kirchlichen Friedhöfe. Das kleine gestaltete Wäldchen bietet Platz für bis zu 400 Urnengräber und – anders als ein echter Ruheforst im Wald – die Infrastruktur, wie es sie nur auf einem Friedhof in den Stadt geben kann: mit festen Wegen, dem Gezeiten-Café und Parkplätzen ganz in der Nähe.

Das etwa 5000 Quadratmeter große Areal ist mit Zäunen aus geflochtenem Totholz eingefriedet, die Vögeln und Insekten Schutz bietet. Es gibt einen kleinen Bachlauf, Findlinge und kunstvoll arrangierte Baumstämme. Seine ganze Pracht wird der Seelenfrieden aber wohl erst entfalten, wenn die 10  000 von den Gärtnern gesetzten Waldstauden (zum Beispiel Waldmeister, Bärlauch, Leberblümchen, Farne oder Ahornstab) in voller Blüte stehen.

Ein paar Schritte weiter kann man den jüngsten Themengarten auf dem Südfriedhof betrachten. Es ist der Apostelgarten mit der großen Pergola in der Mitte. „Hier fehlen nur noch ein Bank-Kreis und die zentrale Pyramide in der Mitte“, sagt Peter Lang. Entworfen hat den Apostelgarten Langs Stellvertreter Sönke Schroeder. Der spricht eher von einem Pavillon. „Wir werden vielleicht noch ein Blätterdach aus Clematis hochranken lassen“, sagt Sönke Schroeder.

Die zwölf massiven, aber doch auch fein gegliederten Stützen des Pavillons stehen ebenso wie die zwölf Schiffchen für die zwölf Apostel (Petrus, Andreas, Jakobus der Ältere, Johannes, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus der Jüngere, Simon, Thaddäus und Matthias). „Judas hat als Verräter Jesu einen Platz an der Seite“, sagt Sönke Schroeder. Zuzuordnen sind die Apostel-Schiffchen auch durch die Attribute, die jeden der Apostel kennzeichnen: Das Petrus-Schiffchen etwa trägt den Himmelsschlüssel, Jakobus’ Schiffchen die Pilgermuschel, Andreas’ Schiffchen das Andreaskreuz. Gefertigt wurden die stählernen Schiffchen in der eigenen Friedhofs-Schlosserei.

Die Hälfte der Urnenplätze ist schon vergeben. Friedhofsleiter Peter Lang rechnet damit, dass der Apostelgarten bis zum Jahresende komplett belegt oder vorgemerkt ist. „Das ist unsere Erfahrung mit den anderen Themengärten“, sagt Lang und nennt als Beispiele den Dorotheengarten, Himmelsgarten oder Schmetterlingsgarten.

 

 

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