zur Navigation springen

Villengrundstück : Seekamp: Anlieger drohen mit Klage

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Verwaltung hält am Bebauungsvorschlag für das Villengrundstück des früheren Jugendheims fest. Kritik daran kommt auch vom Stadtteilbeirat.

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Der Bauausschuss muss heute um 17.30 Uhr im Rathaus (Zimmer 2.5/2.6) ein heißes Eisen anfassen: Er entscheidet darüber, ob der umstrittene Bebauungsvorschlag der Stadtverwaltung für das Grundstück des früheren Kirchenkreisjugendheims am Seekamp weiterhin Grundlage für ein Bieterverfahren sein soll. Die Stadt will das gut 6500 Quadratmeter große Grundstück in bester Villenlage am Einfelder See verkaufen.

Das Konzept sieht eine Dreiteilung des Grundstücks und die Bebauung mit Einzelhäusern sowie einer Eigentums- oder Mietwohnungsanlage vor, etwa für ein seniorengerechtes Wohnen am See. Interessierte Investoren sollen ihre Architektenentwürfe einreichen, die zu 45 Prozent in die Bewertung eingehen sollen. Zu 55 Prozent soll der gebotene Kaufpreis – mindestens 200 Euro pro Quadratmeter – den Ausschlag geben.

„Wir haben einen Vorschlag, den wir auch gut begründet sehen“, sagt Stadtplaner Bernd Heilmann. Er räumt offen ein, dass dieser Vorschlag nicht dem Votum des Stadtteilbeirats und den Vorschlägen der Interessengemeinschaft Seekamp entspricht. Die Anlieger machen gegen die Pläne der Stadt mobil.

„Wir haben im Seekamp sonst nur Einfamilienhäuser, die fast ausschließlich nur ein Vollgeschoss haben“, sagt Dr. Hans-Joachim König. Bei der Wohnanlage sollen zwei Vollgeschosse erlaubt sein. Das füge sich nicht in die Umgebung ein. Die Zahl der Anwohner im Seekamp würde sich auf einen Schlag verdoppeln mit allen Folgen für das Verkehrsaufkommen, Lärm und Parkdruck, kritisiert Ute König. „Die Lebenssqualität wird gemindert“, sagt Dorit Hartz.

„Wir Einfelder sind gebrannte Kinder“, sagt Hans-Joachim König und verweist auf Beispiele an der Uferstraße: „Dort wurden bei zwei erlaubten Vollgeschossen durch kreative Ausnutzung der Bauvorgaben fünf Wohnetagen gebaut.“ Die Anlieger halten den Bebauungsvorschlag der Stadt für unzulässig. „Notfalls sind wir auch bereit zu klagen“, sagt Hans-Joachim König.

Auch Stadtteilvorsteher Sven Radestock ist enttäuscht. Die neue Verwaltungsvorlage entscheide sich nur wenig von der alten, die im Stadtteilbeirat durchfiel. Radestock: „Es ist legitim, dass die Stadt Geld verdienen will, aber dieser Vorschlag ist nicht im Sinne Einfelds.“ Die Interessengemeinschaft hat die Aufteilung in fünf Einfamilienhaus-Grundstücke vorgeschlagen. Der Stadtteilbeirat favorisiert eine Planung für ein ungeteiltes Areal und dabei auch andere Nutzungen als Wohnen.

„Wenn die Politik sagt: Das Grundstück soll weiter der Allgemeinheit dienen, bleibt es auch im Eigentum der Stadt“, sagt Heilmann. Dann sei eine Ausschreibung unnötig. „Wir benötigen aber einen Beschluss der Politik.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen