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Grossenaspe : Seeadler durch einen Zug schwer verletzt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Vogel saß neben der Bahnlinie von Neumünster nach Bad Oldesloe. Jetzt kümmert sich das Team vom Wildpark Eekholt um ihn

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 08:15 Uhr

Ein verletzter Seeadler wird zurzeit bei Familie von Schenck zu Hause gepflegt. Dass das Tier überhaupt noch lebt, hat es einem umsichtigen Lokführer zu verdanken.

Der Seeadler hatte am Rande der Bahnstrecke Oldesloe-Segeberg-Neumünster von einem toten Kitz gefressen und war in Höhe von Klein Gladebrügge von der Druckwelle des Zuges erfasst worden. Der Lokführer hatte das gesehen und daraufhin die Projektgruppe Seeadlerschutz informiert. Die Gruppe setzt sich für die frei lebenden Seeadler in Schleswig-Holstein ein.

Die Bundespolizei wurde geordert, um das unter Artenschutz stehende Tier an den Gleisen zu retten, und wurde auch schnell fündig. Der Seeadler war offensichtlich flugunfähig und ließ sich schließlich vom Bundespolizisten mit dem Bundesadler auf dem Hemd abtransportieren.

Die Polizei und die Projektgruppe Seeadlerschutz sorgten dann dafür, dass das verletzte Tier in den Wildpark Eekholt bei Großenaspe kam. Dort nahm sich die Tierärztin Dr. Elvira von Schenck des Greifes an. Bereits seit 17 Jahren ist sie Spezialistin für verletzte Seeadler.

Wie ihr Ehemann, der Eekholt-Geschäftsführer Wolf von Schenck, gestern mitteilte, wird der Seeadler jetzt im Klinikraum bei Familie von Schenck zu Hause betreut. Er ist ein Intensivpatient: Von morgens um 6 Uhr bis abends um 23 Uhr wird das Tier alle paar Stunden gefüttert. Bereits seit vergangenem Donnerstag ist der Greifvogel dort in Behandlung. Der Seeadler hat laut von Schenck keine Knochenbrüche, und sein Ernährungszustand ist gut. Er ist nicht beringt. Allerdings hat das Tier wohl innere Verletzungen und starke Bewegungseinschränkungen. „Er hat Lebenswillen. Wir hoffen, dass er es schafft, aber für eine Prognose ist es zu früh“, erklärte Wolf von Schenck dem Courier.


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