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Holsteinischer Courier

22. November 2017 | 04:49 Uhr

Daldorf : Schwerter klirrten im Erlebniswald

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

500 Kämpfer, Handwerker und Köche verwandelten die Waldwiese in ein mittelalterliches Lager. Schlacht bei Suentana wurde erneut nachgestellt.

Daldorf | Im Erlebniswald Trappenkamp tauchten über 10 000 Besucher in das Jahr 798 ein. Für ganz besondere Eindrücke zum Spektakel der Schlacht bei Suentana sorgten fast 500 Kämpfer und ein eindrucksvolles Mittelalterlager.

Es war der Duft frisch gebackener rustikaler Brote, leise vor sich hinköchelnder Suppentöpfe und der Kräuter, der durch das große mittelalterliche Lager am Rand des Schlachtfeldes auf der Wildwiese im Erlebniswald zog und für für eine ganz besondere Stimmung sorgte. Wallende Gewänder in schlichten Farben, Lagerleben ohne Mixer, Pürierstab oder Koch-App, schnitzende, töpfernde und Wolle färbende Handwerker, gut gerüstete Krieger bis hin zu berittenen Darstellern empfingen die in Scharen in den Erlebniswald strömenden Besucher. Zweimal ließen die Mitstreiter aus dem Projekt Eisenwald neben Schaukämpfen und Waffendarbietungen die Schlacht bei Suentana auf der Waldwiese auferstehen.

„Ziel des Projekts ist, die in den fränkischen Reichsannalen überlieferte Schlacht bei Suentana aus dem Jahr 798 als sogenannte Reenactmentschlacht (nachgestellte Schlacht) zu organisieren“, erklärte Sprecher Gerald Bunz alias Chronist Reinhard. Mancher Zuschauer hätte sich eine Tribüne oder einen Erdwall gewünscht, um das Schlachtengetümmel der Schwertkämpfer, Lanzenträger und Bogenschützen bis hin zu einer kleinen Kavallerieabteilung noch besser verfolgen zu können. Ganz einfach ist die Organisation einer solchen Schlacht nicht, berichteten Kämpfer der „Fränkischen Scara“, die bereits zum dritten Mal im Erlebniswald dabei waren. Aus Thüringen, Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, dem Siegerland und bis aus Bayern kommen die Kämpfer zusammen, um gemeinsam zu trainieren oder an vielen Veranstaltungen in ganz Europa dabei zu sein. „Der Erlebniswald Trappenkamp bietet dabei schon eine ganz besondere Atmosphäre“, meinte Maximilian Lindauer (19) aus Weimar, der mit den 20 Mitstreitern der Elitetruppe Karls des Großen angereist war. Die besondere Atmosphäre begeisterte auch Handwerker wie Isa Reher (56) aus Lübeck, die zeigte, wie etwa mit Birkenlaub Wolle gefärbt werden kann. „Nicht immer leuchtend gelb, wie gewünscht und mitunter auch in Brauntönen, ganz nach Qualität des Blättersuds, der über offenem Feuer im Kessel vor sich hin siedet“, meinte die Mittelalterfreundin. Bogenschießen und Axtwerfen begeisterten die jugendlichen Besucher. Bei Waldpädagogin Kerstin Schiele durften sich die Kinder ein Holzpuzzle aus Baumscheiben herstellen und bemalen.

So war für jeden Besucher etwas dabei und auch der Mai zeigte sich bis auf einige Regenschauer am Freitag von seiner schönsten Seite. Erst am Sonntagnachmittag frischte der Wind auf und trieb vermehrt Wolken vor sich her.  


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