Neumünster Tuch und Technik : Schwere Maschine fürs Museum

Schlussendlich wurde der Webstuhl mit Muskelkraft ins Museum gezogen und geschoben, bis er an seinem richtigen Platz war.
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Schlussendlich wurde der Webstuhl mit Muskelkraft ins Museum gezogen und geschoben, bis er an seinem richtigen Platz war.

Greiferwebstuhl aus Schwaben aus dem Baujahr 1985 ersetzt defektes Exponat.

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15. Februar 2018, 12:00 Uhr

Er ist etwa sechs Meter lang, zwei Meter breit, etwa 1,50 Meter hoch, und er wiegt stattliche vier Tonnen: Es ist aufwändig, wenn eine Webmaschine umzieht – noch dazu von Süd- nach Norddeutschland. Mit Hilfe eines Krans der Transportfirma Stange aus Neumünster, aber letztlich doch mit Menschenkraft wurde das jüngste Exponat der Dauerausstellung, ein Greiferwebstuhl, an seinen künftigen Platz im Museum Tuch + Technik bugsiert.

Der Greiferwebstuhl der Firma Dornier stammt aus dem knapp 800 Kilometer entfernten Krumbach (Schwaben), er wurde von der Firma UTT gespendet. Das Unternehmen hat seinen Werkzeugpark erneuert und daher alte Maschinen ausgemustert und für einen der Webstühle im Museum Tuch + Technik eine neue Heimat gefunden. „Wir müssen nur die Transportkosten in Höhe von einigen tausend Euro selbst finanzieren“, so Museumschefin Astrid Frevert. Die Maschine wurde 1985 hergestellt. Mit ihr wurden Stoffe für zum Beispiel Airbags und Sicherheitsgurte produziert. „Dieser Maschinentyp wurde auch noch in den Neumünsteraner Textilfabriken eingesetzt“, sagt die Museumsdirektorin. „Daher ist es historisch korrekt, wenn wir ihn ausstellen.“

Die neue Webmaschine ersetzt ein Exponat im Museum Tuch + Technik: die Greifer-Webmaschine, ebenfalls von Dornier, die 1967 gebaut wurde. Sie hatte seit der Eröffnung des Museums vor gut zehn Jahren ihren angestammten Platz nahe der Fensterfront zum Kleinflecken. „Diese Maschine hat einen leichten Getriebeschaden“, bedauert Textilmechaniker Klaus Jodehl, „wir bekommen definitiv keine Ersatzteile mehr.“

Die letzte Produktion von 90 Geschirrtüchern aus Baumwolle, die im Museumsladen verkauft werden, hat das Museumsteam auf diesem Webstuhl noch fertig gestellt. Danach wurde er ins Museumsdepot in die Werkhalle verfrachtet. „Die neue Maschine kann gut noch 20 bis 30 Jahre durchhalten“, hofft Jodehl. „Sie ist schneller, und mit ihr können wir auch Stoffe mit anderen
Mustern herstellen.“

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