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Welthospiztag : Schwelgen in Melodien und Gedichten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hospiz-Initiative lädt am Sonntag zu „Lyrik & Musik“ in die Auferstehungskapelle auf dem Südfriedhof ein / Neue Pläne mit den Alten- und Pflegeheimen

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 08:45 Uhr

Neumünster | Menschen in Würde sterben zu lassen – das ist das Ziel der Hospiz-Initiative. Über das Thema Tod und Sterben aufzuklären, ist ebenfalls eines der Dinge, die sich die Initiative auf ihre Fahnen geschrieben hat. Zum Welthospiztag lädt der Verein am Sonntag ab 14 Uhr zu „Lyrik & Musik“ in die Auferstehungskapelle auf dem Südfriedhof ein. Außerdem stellte Vorsitzender Günter Humpe-Waßmuth gestern die weiteren Pläne des Vereins vor.

Die Gesellschaft wird älter, und mit diesem demographischen Wandel wird das Thema Sterben und Tod immer präsenter, machte Humpe-Waßmuth klar. „Für unser nächstes Projekt wollen wir uns breiter aufstellen“, so der Vorsitzende. Denn das 2015 verabschiedete neue Hospiz- und Palliativgesetz sieht vor, die Begleitung und palliative Versorgung vor allem in den Alten- und Pflegeheimen grundsätzlich zu etablieren und auszubauen.

Im FEK gibt es bereits seit 1997 eine Palliativstation, die mit Unterstützung der Initiative aufgebaut wurde. „Es gibt im Land kaum eine so enge und erfreuliche Zusammenarbeit“, lobte er. Auch die Heime sind – besonders angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft – eigentlich verpflichtet, Angebote für Sterbende zu machen. Um auszuloten, wie es damit in den Einrichtungen steht, was benötigt wird und wie die Hospiz-Initiative helfen kann, findet am 7. November ein Gespräch mit den Heimen, dem Hausärztlichen Dienst, der Stadt und Palliativspezialisten statt. „Jedes Heim hat mit dem Thema Sterben zu tun, aber in der einen oder anderen Einrichtung gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten“, so der Vorsitzende. Denn Sterbenden einen separaten Bereich und Zuwendung zu geben, wirft sowohl finanzielle als auch menschliche Fragen auf, da Personal und Zeit in der Regeln knapp sind. „Wir wollen die Anstrengungen der Heime unterstützen, aber wir erledigen nicht die Arbeit der Hauptamtlichen, sondern geben Anregungen.“

Am Welthospiztag will der Verein über seine Arbeit informieren. Etwa 150 Sterbebegleitungen finden pro Jahr durch speziell ausgebildete Mitarbeiter statt. „Unsere Basis sind die Ehrenamtlichen“, so der Vorsitzende. „Nach unserer Veranstaltung mit Franz Müntefering haben wir Zuwachs bekommen. Es gibt aktuell zwei Ausbildungskurse; die Zahl unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter wird von 88 auf über 110 steigen.“ Neben der Begleitung wird Trauerarbeit geleistet – bei den „Seelenspaziergängen“ auf dem Friedhof, in Trauergruppen oder im Trauercafé auf dem Friedhof. „Bei uns darf gelacht und geweint werden. Die Trauer begleitet uns unser Leben lang, aber sie verändert sich“, sagt Brigitte Lemke vom Vorstand.

Am Welthospiztag wird am Sonntag ab 14 Uhr die musikalische Familie Wolos aufspielen; die Kapellengruppe des Vereins liest Texte von Rilke, James Krüss und Papst Johannes XXIII. „Wir laden zum Nachsinnen, aber auch Schwelgen in Melodien und Gedichten ein“, sagt Petra Marré, Leiterin des ambulanten Hospizdienstes.

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