Schwarz ging nach 34 Jahren als Chefarzt

Hans-Joachim Schwarz (68, rechts),  übergab seinen Posten  an Nikolas  Kahlke (46).
Hans-Joachim Schwarz (68, rechts), übergab seinen Posten an Nikolas Kahlke (46).

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04. Juli 2014, 11:12 Uhr

Das Psychiatrische Zentrum Rickling des Landesvereins für Innere Mission hat einen neuen Leitenden Chefarzt. Nach 34-jähriger Tätigkeit wurde Hans-Joachim Schwarz in den Ruhestand verabschiedet. Die Aufgaben des 68-Jährigen übernimmt nun Nikolas Kahlke (46), der bereits seit Februar 2013 die stellvertretende Leitung der Einrichtung inne hatte.

Rückblickend beurteilte Schwarz sein Wirken im Zentrum als erfolgreich und menschlich bereichernd. „Ich freue mich, dass ich meinen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung leisten konnte. Ebenso bin ich persönlich dankbar für die Begegnungen mit Patienten und Kollegen, die mich persönlich haben wachsen lassen“, sagte er.

„In den 70er-Jahren, als ich hier anfing, ging es bei psychisch Kranken mehr um Aufsicht, als um Behandlung. Große Säle, in denen manchmal 40 Patienten untergebracht waren, waren an der Tagesordnung“, berichtete Schwarz. Der Wandel zu Therapieplänen und der Wahrnehmung der individuellen Bedürfnisse der Patienten sowie die gesellschaftliche Öffnung für diese Menschen habe sich dabei nicht von heute auf morgen vollzogen. „Für Ärzte und Mitarbeiter war dies eine ständige Herausforderung, die viele Veränderungen mit sich brachte“ erklärte er.

Diese Aufgaben seien auch heute nicht abgeschlossen, vielmehr entwickele sich die Psychiatrie immer mit den Bedürfnissen der Patienten, deren Lebensumstände sich ständig änderten. „Heute zum Beispiel beschäftigen uns junge Erwachsene, die ein Suchtverhalten bei Computerspielen entwickeln und Migrantinnen, deren Psyche dem Druck ihrer veränderten Rolle nicht standhält. Und die Rolle psychischer Probleme wird in Zukunft ein noch größeres gesellschaftliches Problem werden“, prophezeite Hans-Joachim Schwarz.

Der neue Chef, Nikolas Kahlke, ist überzeugt, dass sich im Zuge des demografischen Wandels zukünftig auch die Arbeitswelt ändern müsse. „Erkrankungen wie beispielsweise das Burn-out-Syndrom sowie die zunehmende Frühverrentung aufgrund psychosomatischer Störungen machen dies deutlich“, erläuterte er. „Aber dem Menschen ist es eigen, nach Lösungen für seine Probleme zu suchen, und daraus ergeben sich auch immer wieder neue Methoden und Möglichkeiten der Behandlung“, meinte der Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie sowie Geriatrie.



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