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Trauer verarbeiten : Schutzraum für individuelle Trauer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Gesprächsgruppe für Trauernde. Angebot, um die Erinnerung an geliebte Menschen zu bewahren und Rituale zu entwickeln

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Wenn ein geliebter Mensch stirbt, werden häufig das Leben und der Alltag einschneidend verändert. Um Menschen in dieser Situation die Möglichkeit zu geben, innezuhalten, das Erlebte zu verarbeiten und das Leben neu zu gestalten, bieten das Friedrich-Ebert-Krankenhaus und die Krankenhaus-Seelsorge in Kooperation mit der Hospiz-Initiative eine Gesprächsgruppe für Trauernde an. „Angebote dieser Art gibt es schon lange, aber wir haben sie umorganisiert und auch das Team der Trauerbegleiter aufgestockt“, sagt Kunsttherapeutin und Trauerbegleiterin Leonore Matouschek.

Ins Leben gerufen wurde die Gruppe von der verstorbenen Pastorin Regina Wichmann-Roß; jetzt gibt es vier Trauerbegleiter, die sich abwechseln. „Es ist etwas Anderes, wenn die Verantwortung auf mehreren Schultern ruht. So können wir jedes halbe Jahr so ein Angebot machen, nicht nur einmal im Jahr. Wir merken, dass es steigenden Bedarf gibt“, sagt FEK-Seelsorgerin Elisabeth Pott.

Denn nach einem Todesfall schalten viele Menschen im Umfeld der Trauernden wieder auf „Alltags-Modus“, während die Betroffenen noch trauern. „So eine Gruppe ist ein Schutzraum, in dem auch andere Betroffene sind und verstehen, warum getrauert wird. Es ist wohltuend und auch heilsam, erzählen und den Schmerz zulassen zu dürfen, zuzuhören, entlastet zu werden und auch die Chance zu haben, zu erkennen, wie andere trauern und dabei seinen eigenen Trauerprozess auszudrücken“, sagt Leonore Matouschek.

Die Formen der Trauer sind unterschiedlich: Sprechen, schreiben, malen, Fotos oder auch andere Rituale helfen, den geliebten Menschen auch über den Tod hinaus, aber in einer anderen Form als früher zu bewahren – loslassen und trotzdem festhalten. „Das ist bei jedem Menschen ein anderer Prozess“, sagen die zwei Trauerbegleiterinnen.

Interessierte sollten sich bis zum 14. September unter Tel. 4 05 19 54 (E. Pott) anmelden; Start ist am 21. September. Die Gruppe trifft sich im Friedrich-Ebert-Krankenhaus, Haus C, Seminarraum C 113 gegenüber der Jona-Kapelle (Altbau, 2. Stock).

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