zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

25. September 2017 | 20:59 Uhr

Wankendorf : Schulkosten sind Reizthema

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Wankendorf muss mehr gezahlt werden als in Hüttenwohld.

von
erstellt am 28.Jun.2015 | 12:00 Uhr

Wankendorf | Windkraftplanungen und eine mögliche Neuverteilung der Schulkosten im Amt Bokhorst-Wankendorf standen am Donnerstag als Kernthemen im Mittelpunkt der Diskussionen im Amtsausschuss der Gemeinden Wankendorf und aus dem ehemaligen Amt Bokhorst. Beides sind Themen mit Zündstoff.

Kompliziert werde es bei einer Beurteilung der Schulkosten im Amt, meinte Amtsvorsteher Jörg Engelmann während der Sitzung auf Hof Viehbrook. Hier gilt es, einen richtigen Knoten zu sprengen. Ein Antrag aus Ruhwinkel auf eine gerechtere Verteilung der Schulkosten ist brisant. Das Thema hat Potenzial, die Amtsgemeinden zu spalten. Hintergrund ist einerseits ein bestehender Verteilungsschlüssel, nach dem Wankendorf und Ruhwinkel als „Gebergemeinden“ zu den Verlierern und Stolpe und Belau zu den Gewinnern gehören, wie es Ruhwinkels Bürgermeisterin Heidemarie Scheel formulierte.

Auf der anderen Seite gebe es eine spürbare Konkurrenz zwischen der Grundschule Wankendorf als Zentralstandort und besonders den angehörigen Satellitenschulen in Hüttenwohld und Schipphorst. „Warum muss ich in Wankendorf Schulkostenbeiträge von 2800 Euro zahlen und in Schipphorst oder Hüttenwohld gerade einmal die Hälfte?“, wollte Ruhwinkels Bürgermeisterin erklärt haben. „Die durchaus vorhandenen höheren Gebäudekosten in Wankendorf reichen mir als Erklärung nicht“, meinte Scheel. Auch die Aussage der Bürgermeister, Dr. Thomas Bahr aus Rendswühren und Heinrich Danker aus Schillsdorf, reichten Ruhwinkels Bürgermeisterin nicht. Beide Schulstandorte würden allein durch die Unterstützung aus der Gemeinde und Elternschaft vieles regeln, das auf dem Kassenzettel der Gemeinde nicht auftaucht. Das spare spürbar Kosten, meinten die beiden Bürgermeister.

Einen extra Schulausschuss lehnten die Amtsausschussmitglieder jedenfalls erst einmal ab. Stattdessen soll es eine Runde aus dem Amtsausschuss geben, in der auf Augenhöhe nach Lösungen gesucht werden kann, so der Beschluss.

„Ich wünsche mir, dass dieses Amt irgendwann einmal zu einer echten Gemeinschaft und zu einem Amt zusammenwächst“, meinte Sabine Friedel (SPD) aus Wankendorf angesichts dieser Probleme. „Leicht wird die Lösung nicht“, meinte Engelmann. Für die ehemaligen Wankendorfer Gemeinden ist das Amt Schulträger. Dazu gehören auch die Vermögenswerte der Schulen. In Rendswühren und Schillsdorf sind die Gemeinden Schulträger. Großharrie hat seine Grundschule Bönebüttel angeschlossen. Tasdorfer schicken ihre Kinder nach Großharrie und Neumünster.

Das zweite große Thema war die Windkraft. Das Thema der Neuordnung der schleswig-holsteinischen Rahmenplanungen zur Windkraft sei nicht neu, nach dem Kippen der alten Rahmenbedingungen durch das Oberverwaltungsgericht aber alles andere als einfacher geworden, erklärte der Plöner Kreisplaner Eckart Schäfer. Bis zum 6. Juni 2017 und damit für eine Dauer von zwei Jahren bleibt der Bau von Windkraftanlagen befristet unzulässig. So sieht es das neue Landesplanungsgesetz vom 22. Mai 2015 vor. „Dass trotzdem weiter Anlagen gebaut werden, liegt am Bestandsschutz laufender Verfahren und ist auch wirtschaftlich so gewollt“, meinte Schäfer. Auch gibt es Ausnahmegenehmigungen. „Die Gemeinden müssen hier mit Anträgen rechnen“, erklärte Schäfer. Ein Ausweg und eine Möglichkeit der Einflussnahme könnten eigene Windkraftkonzepte auf Amtsebene sein. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt sei hier eine Rahmenplanung möglich. „Ich habe noch nie erlebt, dass Gesetze und Landesplanungen sich in solch einem Tempo verändern und drehen, gekippt und neu gestrickt werden“, meinte der Kreisplaner.

Im Amt Bokhorst-Wankendorf soll das Thema zunächst noch einmal in den Gemeinden und anschließend weiter auf Amtsebene diskutiert werden. Das Thema sei außerdem ohne fachliche Beratung zu komplex, um Entscheidungen mit entsprechender Tragweite zu fällen, meinte nicht nur Tasdorfs Bürgermeister Hans-Heinrich Sievers.  



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen