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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 03:07 Uhr

Grundschulen : Schulassistenten kommen später

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt plädiert dafür, dass das Land die Kräfte anstellt

Neumünster | Eigentlich sollten die neuen Schulassistenten schon zum 1. August kommen. Mit ihnen will das Land – zunächst an Grundschulen – den Inklusionsgedanken voranbringen. Doch in Neumünster wird es etwas länger dauern: Die Ratsversammlung entscheidet erst am 15. September, wer die Kräfte beschäftigen soll.

Die Verwaltung plädiert dafür, dass das Land die Assistenten zur Verfügung stellt. Die Optionen, dass die Stadt sie selbst einstellt oder einen freien Träger beauftragt, werden abgelehnt. Die Stadt ist als Schulträger zwar für die Gebäude zuständig und auch Arbeitgeber für die Schulsekretärinnen und Hausmeister. Die Lehrer sind jedoch Landesbedienstete.

„Wir sind der Auffassung, dass die schulische Assistenz eine enge Anbindung an die Schulleitung erfordert“, sagt Schuldezernent Günter Humpe-Waßmuth. Weil es sich um eine innere Schulangelegenheit handele, wolle die Stadt die Einführung und Organisation der Schulassistenten folgerichtig auch dem Land überlassen.

„Formal ist der politische Beschluss der Ratsversammlung abzuwarten“, sagt Schulrat Jan Stargardt. Im Vorfeld habe man aber bereits ein Konzept auch für die Verteilung der Stellen erarbeitet. Stargardt: „Wir sind vorbereitet. Alle Grundschulen bekommen eine Assistenz als Grundversorgung.“ Die drei Brennpunkt-Grundschulen in der Innenstadt – Vicelin-, Mühlenhof- und Johann-Hinrich-Fehrs-Schule – dürften mit zusätzlicher Unterstützung rechnen. Gleiches gelte für die Grundschulen, die viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben. Stargardt ist froh über die Neuerung: „Wir bekommen im Kernfeld der Pädagogik helfende Hände.“

Die Assistenten sollen das soziale Verhalten der Schüler stärken und so eine bessere Integration in den Klassenverband ermöglichen, bei besonderen Projekten wie Ausflügen oder Klassenfahrten unterstützen. Gedacht ist an pädagogisch ausgebildetes Personal, etwa Erzieher oder sozialpädagogische Assistenten.

„In ganz Schleswig-Holstein sind 314 Vollzeitstellen geplant. 13,2 Millionen Euro gibt das Land dafür aus“, sagt Thomas Schunck, der Sprecher des Kieler Bildungsministeriums. Durch Teilzeitkräfte dürften es tatsächlich bis zu 500 Personen sein. Die Bewerbersituation sei sehr gut – qualitativ und quantitativ. Etwa 1300 Bewerbungen seien eingegangen, sehr viele davon mit pädagogischem Berufsabschluss.

„Die Grundidee der Landesregierung ist, dass die Schulassistenten zusätzlich kommen“, machte Schunck deutlich, dass das individuelle Recht auf Schulbegleitung, etwa bei behinderten Schülern, unberührt bleibt. Schnittmengen bei der Arbeit seien zwar denkbar. „Es ist aber nicht so, dass Schulbegleiter abgezogen werden, wenn die Schulassistenten kommen“, so Schunck.

Das ist auch für Schul- und Sozialdezernent Humpe-Waßmuth keine Frage. Die Stadt prüft als Träger der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe für Behinderte, ob eine Unterstützung oder eine Begleitung nötig sind. Im vergangenen Jahr waren rund 60 Schulbegleiter allein zur Unterstützung behinderter Kinder tätig. 

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erstellt am 27.Aug.2015 | 08:15 Uhr

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