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Projekt an Theodor-Litt-Schule : Schüler werden zu Wahlforschern

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33 Schüler analysieren die Bundestagswahl und starten eine Telefonumfrage im Wahlkreis Neumünster/ Plön

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 08:03 Uhr

Neumünster | Wie druckt man eine Statistik-Datei aus? Datei umbenennen? "Da komme ich nicht weiter", sagte Theo Habeck. Der Theodor-Litt-Schüler und seine Kollegen Fynn Gränert, Chris Voigt und Ilker Kan tüftelten gestern am Computer herum - einer von vielen Mosaiksteinen eines spannenden Wahlanalyse-Projektes zur Bundestagswahl. 33 Schüler des zwölften Jahrgangs werden eine groß angelegte Umfrage starten, ihre 2000 Mitschüler befragen und mit 1500 Haushalten im Wahlkreis Neumünster/Plön telefonieren.

"Das ist ein Projekt, das auch für das spätere Berufsleben Folgen hat. Die Schüler lernen grundsätzlich, wie man ein Projekt bewältigt, wie interne Kommunikation funktioniert und wer Verantwortung übernimmt", sagt Mathelehrer Thorsten Pedersen (45), der das Projekt mit seiner Kollegin Tanja Wernicke betreut. Organisation ist alles: Fünf Gruppen wurden generalstabsmäßig gebildet. Die Politik-Gruppe analysiert die Wahlprogramme und erklärt das Wahlsystem. Die EDV-Gruppe kümmert sich um die Auswertung und Präsentation der Umfragen, zwei Umfrage-Gruppen erarbeiten den Fragebogen für die Schülerumfrage und werden mächtig viel telefonieren. 1500 Datensätze hat die Universität Münster zur Verfügung gestellt. Befragt werden die Bürger zu gewünschten Änderungen des Bildungssystems, ihrer Abstimmung bei der Kommunalwahl oder ihrer Wunschkonstellation einer Regierungskoalition. Die Schüler sollen Stellung nehmen, ob sie politisch aktiv sind, ob sie wählen gehen und was sich in puncto Familien-, Wirtschafts-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Umweltpolitik ändern muss. Die fünfte Gruppe kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, lädt Politiker ein und informiert die Presse.

Das Wahlanalyse-Projekt ist Bestandteil des Unterrichts der zwei Klassen und wird wie eine Klausur bewertet. Alle Gruppen beschäftigen sich auch mit dem finalen Projekt, einer Diskussionsrunde mit Kandidaten aller demokratischen Parteien, die für Freitag, 16. August, geplant ist. Es werden Fragen erarbeitet und eine Power-Point-Präsentation vorbereitet. Moderieren wird Maximilian Meister (19) aus Faldera, der mit Birte Uhlig (18) die Öffentlichkeitsarbeit macht. "Man muss fit im Thema sein. Ich weiß noch nicht, was auf mich zukommt. Wir wollen kritische Fragen stellen und die Politiker in Bedrängnis bringen", sagt Meister. Angeschrieben werden die Bundestagskandidaten, die Landesvorsitzenden und die Kreisverbände in Neumünster und Plön. Bei dem Projekt setzen sich die Erstwähler intensiv mit dem Thema Politik auseinander - nach Ansicht von Birte Uhlig nicht unbedingt typisch: "Ich höre oft, dass viele noch gar nicht so recht wissen und sich noch nicht damit beschäftigt haben."

Jetzt sind alle erstmal gespannt auf die Ergebnisse der Telefonumfrage. "Es ist ultrawichtig, dass die Leute nicht auflegen, sondern an unserem Projekt teilnehmen", sagt Meister. Angerufen wird ab Montag, 27. Mai, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr.

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