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Alexander-von-Humboldt-Schule : Schüler-Votum für den Echo-Preis

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

13 Alexander-von-Humboldt-Schüler stimmten beim Echo-Preis ab. Sie waren damit Stellvertreter ihres Lehrers und Echo-Juroren Dr. Wilfried Schlüter.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Wenn heute Abend der deutsche Echo-Preis in Berlin verliehen wird, ist ein Neumünsteraner dabei: Dr. Wilfried Schlüter, Keyboarder und Geschäftsführer der Band Illegal 2001, wird als ehemaliger Echo-Preisträger in einer Fachjury sein Votum abgeben. Das Besondere: Der Musiklehrer an der Alexander-von-Humboldt-Schule übertrug sein Stimmrecht an die 13 Schüler seines Musikkurses.

„Das ist für mich Basisdemokratie“, begründet er dieses Verfahren. Vor acht Wochen wurde er von der Deutschen Phono-Akademie angeschrieben: Alle in Deutschland wohnenden Echo-Preisträger werden Juroren in den Kategorien, für die sie damals vorgeschlagen wurden. Die Band Illegal 2001 gewann 1994 den Preis für ihr Album „Skandal“ – dank ihrer Verkaufszahlen. Die Band verkaufte 130  000 Tonträger, war ein Jahr in den R.SH-Charts, erinnert sich der 52-Jährige, der seit 1990 „Illegaler“ und seit 2008 Mathe-, Sport- und Musiklehrer an der Humboldt-Schule ist. „Der Erfolg der Band sind die Lebensnähe und die autobiografischen Geschichten mit plötzlichen Wendungen am Ende.“ Den Echo-Preis zu gewinnen, fand er „sensationell“, ein Erfolg „aus dem Nichts heraus, wir hatten 1993, 1994 und 1996 eine ausverkaufte Ostseehalle mit je 10  000 Zuschauern.“

Die Zehntklässler seines Kurses kennen sowohl die Band ihres Lehrers als auch den Echo-Preis und hörten sich in den vergangenen Tagen alle zur Wahl stehenden Musiktitel an. Illegal 2001 wurde damals in drei Kategorien nominiert – dementsprechend gab jeder Schüler drei Stimmen ab. Beim „Album des Jahres“ gingen Andrea Berg („Seelenleben“) und Böhse Onkelz („Momento“) leer aus, es gewann Metallica („Hardwired“). Bei „Künstler Pop International“ gewann Mark Forster („Tape“) vor Max Giesinger („Der Junge, der rennt“). Beim „Newcomer National“ gewann Max Giesinger vor „AnnenMayKantereit“, „Die Lochis“ gingen leer aus.

„Dieses Votum werde ich im Internet eingeben“, so Schlüter. Die Schüler fanden es „cool“ und „eine Ehre“, beim Echo abzustimmen. Das meinte auch ihr Lehrer, der anders abgestimmt hätte.

Im 25. Jahr wechselt der Echo-Preis in seinem Konzept zu Fachjurys und wird nicht mehr auf ARD, sondern auf Vox ausgestrahlt (Freitag, 20.15 Uhr). In Hinsicht auf den Helene-Fischer-Skandal, die in einer Jury saß und auch Preise abräumte, merkte Schlüter gestern kritisch an: „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Juroren sich selbst wählen dürfen. Und mit einem Wechsel zu einem privaten Sender dürfte die Kommerzialisierung deutlich steigen.“

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