Volkstrauertag : Schüler thematisieren Krieg und Flucht

Fred Löhndorf (von links), Peter Siegfried und Hans-Jürgen Carstensen von der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Holstein legen einen Kranz nieder.
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Fred Löhndorf (von links), Peter Siegfried und Hans-Jürgen Carstensen von der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Holstein legen einen Kranz nieder.

Sehr berührend war die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am Friedenshain in Neumünster.

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20. November 2017, 11:00 Uhr

Neumünster | Sehr berührend war gestern die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Friedenshain am Junglöwweg. Neben den feierlichen Kranzniederlegungen an der Gedenkplatte stand eine szenische Aufführung von elf Schülern des Geschichtsprofils der Gemeinschaftsschule Brachenfeld im Mittelpunkt. Bereits im vierten Jahr liefern Neumünsteraner Oberstufenschüler einen Beitrag zum Volkstrauertag und tragen somit dazu bei, seine Bedeutung in Erinnerung zu halten.

„Es ist wichtig klarzumachen, was Krieg eigentlich bedeutet. Wir möchten Menschen dazu bringen, über Krieg und Flucht nachzudenken“, erklärte Schülerin Benika Neumann (18). Sie begannen mit dem Antikriegslied von Hannes Wader „Es ist an der Zeit“. Für jeden der 100 Besucher lagen auf Stühlen im Festzelt ein Textzettel und eine blaue Stoffblume zum Anstecken bereit, sie ist als Vergißmeinnicht ein Symbol zum Gedenken an Kriegstote.

In einer gespielten Szene erinnerten die Schüler daran, dass sich Menschen, deren Zuhause von Bomben kaputt gemacht wird, zu jeder Zeit und an jedem Ort die gleichen Fragen stelle: Sollen wir fliehen? Wie und wohin?

Das Thema Flucht nahm auch Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger in ihrer Rede auf und appellierte an die Gesellschaft, auch an die vielen Flüchtlinge zu denken, die Kummer und Leid erlebt haben. Sie erinnerte an die Opfer der beiden Weltkriege, die durch Kriegshandlungen ihr Leben lassen mussten oder ihre Angehörigen verloren haben. „Wir gedenken aber auch der Opfer durch Terrorismus und Bürgerkriege und erinnern an das barbarische Unrecht überall auf der Welt“, betonte sie. Propst Stefan Block mahnte zudem in seiner Rede: „Es darf kein inneres Abschieben der globalen Not geben.“

Nachdem die Stadtpräsidentin das Totengedenken gehalten hatte, wurden feierlich an der Gedenkplatte Kränze niedergelegt. Odin Reiter spielte dazu auf der Trompete „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Lied vom guten Kameraden“ und die Nationalhymne. Der Friedenshain im Wald beim Tierpark hieß bis 1987 noch Heldenhain. 1989 wurde die runde Bronzeplatte in die Mitte der 1920er-Jahre angelegte Gedenkstätte platziert. Sie trägt die Sätze: „Wehret den Anfängen“ –
„Nie wieder Krieg“ – „Nie wieder Faschismus“ – „Den Lebenden zur Mahnung“ – „Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“.

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