Pestalozzischule : Schüler lotsen Schüler

Die Schülerlotsen Fabian Buchholz (14, von links), Lea Marquardt (13), Sandro Gonska (14), Nico Enzmann (14), Lena Brundert (13) und Damian Beil (14) sind mit Engagament und Spaß bei der Sache. Über ihre Arbeit freuen sich Polizist Carsten Schröder  und der betreuende Lehrer André Matzkies.
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Die Schülerlotsen Fabian Buchholz (14, von links), Lea Marquardt (13), Sandro Gonska (14), Nico Enzmann (14), Lena Brundert (13) und Damian Beil (14) sind mit Engagament und Spaß bei der Sache. Über ihre Arbeit freuen sich Polizist Carsten Schröder und der betreuende Lehrer André Matzkies.

Die Polizei Tungendorf hat sechs Achtklässler der Pestalozzischule am Rüschdal zu Schülerlotsen ausgebildet. Sie sollen vor allem darauf achten, dass die Erst- und Zweitklässler sicher über die Straße kommen.

shz.de von
06. September 2013, 17:00 Uhr

Das Bild des Schülerlotsen wirkt veraltet und scheint in eine Zeit ohne Ampeln zu gehören. Die Pestalozzischule ist anderer Meinung: Sechs Achtklässler der Schule wurden von der Polizei Tungendorf zu Schülerlotsen ausgebildet. Seit Anfang des Schuljahres sind sie im Einsatz. Vor der ersten und nach der vierten Stunde sichern jeweils zwei Lotsen den Zebrastreifen vor der Schule und achten darauf, dass insbesondere die Erst- und Zweitklässler sicher über die Straße kommen.

In den Lerngruppen der ersten und zweiten Klasse fand gestern ein Verkehrstag statt. Das nahmen André Matzkies, der für das Lotsen-Projekt zuständige Lehrer, und Carsten Schröder von der Polizei Tungendorf zum Anlass und brachten die sechs Lotsen mit in die Klassen. Die zwei Mädchen und vier Jungen stellten sie ihren Mitschülern persönlich vor. Danach erklärten André Matzkies und Carsten Schröder die Arbeit der Lotsen und welche Gefahren es im Straßenverkehr gibt. Die Schüler nehmen auf freiwilliger Basis an dem Lotsen-Projekt teil. Die Polizei Tungendorf und der Förderverein der Pestalozzischule verteilen gelegentlich Kinogutscheine oder ähnliche Anreize, aber die Schüler haben sich nicht deshalb gemeldet: „Wir kriegen eine Notiz im Zeugnis, das ist gut für die Bewerbung“, weiß Fabian Buchholz (14) und Lea Marquardt (13) erklärt: „Es macht Spaß, Schülerlotse zu sein, da kann ich meinen Mitschülern helfen!“ André Matzkies sucht mit Hilfe seiner Kollegen schon in den siebten Klassen nach Nachwuchs für das Projekt. Zehn bis zwölf aktive Schülerlotsen wären optimal. Die zehn Schichten pro Woche könnten dann gut eingeteilt werden. „Auch so funktioniert es gut, aber nur, weil die sechs sich selbstständig um eine Vertretung kümmern, falls einer mal nicht kann“, lobt Matzkies.

Thorsten Petersen, Schulleiter der Pestalozzischule, freut sich über das Projekt, übt aber auch Kritik: „Erwachsene haben auch im Straßenverkehr eine Vorbildfunktion. Dessen sind sich viele nicht bewusst.“ Das können die Lotsen nur bestätigen, nicht selten müssen die 13- und 14-Jährigen auch Erwachsene dazu ermahnen, sich an die Regeln zu halten.

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