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Kunstprojekt : Schüler-Kunstobjekt hinterfragt die vernetzte Welt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Idee von Klaus-Groth-Schülern wurde als Kunst im öffentlichen Raum realisiert

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Autofahrer verrenken beim Vorbeifahren den Kopf, Fußgänger bleiben stehen, nähern sich und staunen: Gestern wurde das Kunstobjekt „Vernetzte Welt“ gegenüber der Klaus-Groth-Schule an der Parkstraße offiziell eingeweiht. „Das Besondere ist, dass hier ein Kunstwerk im öffentlichen Raum aus Schülerhand vor uns steht“, sagte Schulleiter Jörg Jesper.

Und das hat durchaus beachtliche Dimensionen: Sechs stählerne Stelen, alle drei Meter hoch, stehen in einem Kreis von sechs Metern Durchmesser. Sie sind alle miteinander durch Stahlseile verbunden, die sich im Inneren einer Plexiglaskugel – dem Planeten Erde – kreuzen. Alle Stahlstelen sind verschiedenfarbig und symbolisieren soziale Netzwerke: Youtube (rot), Google (weiß), Facebook (dunkelblau), Whats-App (grün), Twitter (hellblau) und Snapchat (gelb). „Digitale Medien geraten in Verruf, das war bei uns in der Oberstufe ein Thema. Wir sind die erste Generation, die damit aufwächst und umgehen kann. Unsere Kunst ist kritisch gemeint“, sagte Felix Mordas (18), der mit Mai Luca Thormählen (18) zur Projektgruppe gehörte.

Als Kunst im öffentlichen Raum müsse dieses Objekt gewissen Kriterien erfüllen – Qualität, Ästhetik und Regionaliät; alles drei sei vorhanden, so Jesper. Das Objekt habe eine Aussage: „Die digitale vernetzte Welt bestimmt uns massiv in unseren Chancen, aber auch in unseren Risiken, was man bei der Manipulation von Wahlkämpfen in den USA sieht.“ Er lobte die „gelungene“ Ästhetik, auch der regionale Bezug sei vorhanden: „Uns als Schule beschäftigen die digitale Welten sehr, wir sind technik-affin.“ Die „Vernetzte Welt“ ist Sieger eines Kunstprojektes der Gerisch-Stiftung im Rahmen des kunstbegleitenden Unterrichts zum Thema „Soziales – Umsetzung Leben“. Schüler hatten sechs Objekte entworfen, die sich mit aktuellen Themen wie Flüchtlinge, Massentierhaltung oder Hunger in der Welt auseinandersetzten (der Courier berichtete).

Die Klaus-Groth-Schule sei die erste Schule mit Schülerkunst im öffentlichen Raum, so Wilhelm Bühse, der als Museumspädagoge der Gerisch-Stiftung das Projekt organisierte. Bühse dankte den Sponsoren: Acht Firmen ermöglichten mit Spenden und handwerklichen Leistungen die Realisierung des etwa 12000 Euro teuren Projekts, lackierten, verankerten die Stahlsäulen mit Betonplatten, spannten die Seile. Das Durchbohren der Plexiglas-Kugel an den richtigen Stellen für die Stahlseite war eine Herausforderung, erzählte Frank Schlemmer, Inhaber von Krebs & Suhr: „Es hieß ‚Wer will die Welt zerstören?‘. Wir haben lange getüftelt, wo und wie wir bohren müssten.“

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