Schulen kooperieren : Schüler für Technik begeistern

Schulleiter Dieter Surm (von links) von der Hans-Böckler-Schule, Neuntklässler Max Westendorff und Udo Runow, der Chef der Walther-Lehmkuhl-Schule, freuen sich schon auf die enge Zusammenarbeit.  Die Werkstätten und Labore der Lehmkuhl-Schule bieten deutlich bessere Möglichkeiten als der Technikraum der Böckler-Schule (Foto). Foto: Ziehm
Schulleiter Dieter Surm (von links) von der Hans-Böckler-Schule, Neuntklässler Max Westendorff und Udo Runow, der Chef der Walther-Lehmkuhl-Schule, freuen sich schon auf die enge Zusammenarbeit. Die Werkstätten und Labore der Lehmkuhl-Schule bieten deutlich bessere Möglichkeiten als der Technikraum der Böckler-Schule (Foto). Foto: Ziehm

Hans-Böckler-Schule und Walther-Lehmkuhl-Schule vereinbaren bislang einmalige Kooperation. Vorbild auch für weitere Schulen der Stadt.

shz.de von
15. Mai 2013, 08:05 Uhr

Neumünster | Bei den Themen Handwerk und Technik wollen die Hans-Böckler-Schule (HBS) und die Walther-Lehmkuhl-Schule (WLS) künftig gemeinsam bilden und gestalten. Gestern besiegelten die Schulleiter Dieter Surm für die Gemeinschaftsschule und Udo Runow für das Berufsbildungszentrum eine Kooperationsvereinbarung mit Pilotcharakter.

Gedacht ist an einen Lehrer- und Schüleraustausch, gemeinsame "Tage der Technik", Informationsveranstaltungen und Elternabende zu weiterführenden Schulabschlüssen der beruflichen Schulen. In Neumünster gelangt ein Großteil der Schüler auf diesem Wege zum Abitur - das ist bei Eltern und Schülern noch vielfach nicht bekannt. Auch über die Lehrpläne wollen sich beide Partner austauschen.

Den Anstoß für die Kooperation gab die erste Neumünsteraner Schulmesse im Februar. "Es stimmte auf der menschlichen Ebene", lobte Runows Vize Erik Sachse den "kurzen Dienstweg". Auch räumlich liegen die beiden Schulen ja in der Nachbarschaft, und auch die Affinität zum Thema Technik ist beiden gemein. An der Hans-Böckler-Schule werden die Schüler ab der Klassenstufe 8 mit technisch-gewerblichen Grundlagen vertraut gemacht. "Wir sind schon lange im Kontakt mit den Berufsbildungszentren und haben immer wieder spannende Projekte gestartet", sagte Dieter Surm. Seine Vision ist ein enge Verzahnung und ein steter Austausch. Eine erste Gelegenheit bietet ein Treffen der Referendare beider Schulen am Freitag. Für September sind ein Eltern-Informationsabend und ein "Tag der Technik" in den Laboren und Werkstätten der Lehmkuhl-Schule geplant. Surm: "Ich glaube, wir können beide voneinander lernen." Sein Kollege Runow sieht die große "Chance, Jugendliche für Technik zu begeistern". Dafür müsse man schon heute alles tun, "denn damit wird in der deutschen Wirtschaft das Geld verdient", sagte Runow: "Ein Land ohne Techniker sieht arm aus."

Umso wichtiger sind die sogenannten Mint-Fächer. Die Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Hans-Böckler-Schüler Max Westendorff (14) und Alex Eichwald (15) wissen das. Alex belegt das Wahlpflichtfach Informatik und will nach dem Realschulabschluss an der HBS das Abitur nachziehen und dann studieren. "Technikunterricht ist interessant", sagte Max. Auch er will das Abi machen - und zwar an der Walther Lehmkuhl-Schule. "Ich habe mich dort schon mal auf der Messe Nordjob informiert", sagte er.

Das Beispiel von Hans-Böckler- und Walther-Lehmkuhl-Schule könnte Schule machen. "Stadtweit sind alle weiterführenden Schulen an Kooperationen mit den Berufsbildungszentren interessiert", sagte Dieter Surm.

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