zur Navigation springen

Aukrug : Schüler diskutieren mit dem Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viertklässler der Aukrugschule hatten sich ausführlich mit ihrer Gemeinde beschäftigt. Ein Tierpark für Aukrug ist unrealistisch, aber einen Weihnachtsmarkt könnte es schon dieses Jahr geben.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2017 | 06:00 Uhr

Aukrug | Hallenschwimmbad, Holsten-Galerie, Schlittschuhbahn und Tierpark: Warum dies keine realistischen Wünsche für eine 4000-Einwohner-Gemeinde wie Aukrug sind, wurde den Viertklässlern der Grundschule von ihrem Bürgermeister erklärt. Über eine Stunde nahm sich Nils Kuhnke Zeit, um die Wunschliste der Mädchen und Jungen Punkt für Punkt abzuarbeiten und ihnen bei dieser Gelegenheit eine Einführung in realpolitische Sachzwänge zu geben.

„Man muss eine Gemeinde so führen wie den Haushalt zu Hause“, erklärte Kuhnke den Viertklässlern. „Eure Eltern haben auch einen gewissen Etat zur Verfügung, mit dem sie auskommen müssen; deshalb sind irgendwo immer Grenzen gesetzt – und das ist genau das Gleiche bei der Gemeinde.“ Schon nach dieser Begrüßung musste dem einen oder anderen Grundschüler klar sein, dass der eigene Wunsch wohl an den Sparzwängen scheitern würde.

Bürgermeister Kuhnke und Aukrug-Marketing-Chefin Silvia Schulz hatten eine lange Wunschliste im Gepäck, die im Heimat-, Welt- und Sachunterricht der Klasse 4 entstanden war. Im Frühjahr waren die Grundschüler mit Kamera und Notizblock in ihrer Heimatgemeinde unterwegs gewesen, um einen Aukrug-Reiseführer zu kreieren. Die Viertklässler interviewten Geschäftsleute, Passanten – und auch Nils Kuhnke sowie Silvia Schulz. „Die Kinder hatten sich überlegt: Was wünsche ich mir für Aukrug? Was fehlt mir?“, berichtete Klassenlehrerin Aysun Lehmann. Der Aukruger
Bürgermeister gab bei diesem Interviewtermin eine Liste mit den Zukunftswünschen der Kinder in Auftrag und versprach, diese bei einem Besuch in der Aukrugschule mit den Schülern zu diskutieren.

Die Liste zeigte, wie intensiv sie sich mit dem Erscheinungsbild ihrer Heimatgemeinde beschäftigt hatten. Als „von der Sache her super, aber für Aukrug leider nicht praktikabel“ musste der Bürgermeister Vorschläge abweisen, welche die Kinder wohl der Nachbarstadt Neumünster abgeschaut hatten: Holsten-Galerie, Hallenschwimmbad und Tierpark. Dass man in Aukrug nicht genug Kaufkraft habe und darum kein Geschäftsmann die Initiative ergreifen würde, war das bürgermeisterliche Argument gegen Ideen wie Schlittschuhbahn, Indoor-Spielplatz, Streichelzoo oder Kletterpark. Schon mehr Hoffnungen konnte Kuhnke den Kindern bei ihren Wünschen nach einer Skateboardanlage, einer Inlinerbahn und größeren Spielplätzen machen: „Die Gemeinde hat einen Jugend- und Kinderbeirat, wo solche Ideen gut aufgehoben sind, um sie dann im Finanzausschuss und in der Gemeindevertretung zu besprechen.“

Die Wünsche nach Flohmärkten und einem größeren Wochenmarkt gab Nils Kuhnke als Arbeitsauftrag an Aukrug-Marketing weiter, und auf einen Vorschlag der Kinder – einen großen Weihnachtsmarkt – war Silvia Schulz bestens vorbereitet. „So ein Weihnachtsmarkt ist bereits in Planung“, sagte die Vorsitzende von Aukrug-Marketing. „Wenn ihr Glück habt, klappt das dies Jahr schon.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen