Kunstprojekt : Schüler bauen ein Denkmal für unsere vernetzte Welt

Sie wollen das Denkmal bauen: Auf dem geplanten Standort auf der Wiese gegenüber der Klaus-Groth-Schule zeigen die Schüler Lucia August (18, von links) , Mai-Luca Thormählen (17), Philip Richter (18), Felix Mordas(17), Moritz Gripp (17) und Fabian Reimer (18) das Modell ihres Kunstwerkes „Vernetzte Welt“.
1 von 2
Sie wollen das Denkmal bauen: Auf dem geplanten Standort auf der Wiese gegenüber der Klaus-Groth-Schule zeigen die Schüler Lucia August (18, von links) , Mai-Luca Thormählen (17), Philip Richter (18), Felix Mordas(17), Moritz Gripp (17) und Fabian Reimer (18) das Modell ihres Kunstwerkes „Vernetzte Welt“.

Kunstobjekt an der Parkstraße soll noch in diesem Jahr entstehen / Noch werden Sponsoren gesucht

von
23. September 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Wahre Künstler sind Optimisten. Deshalb sind Felix Mordas, Moritz Gripp, Lucia August, Mai-LucaThormählen, Philip Richter und Fabian Reimer – allesamt Oberstufenschüler der Klaus-Groth-Schule – auch fest davon überzeugt, dass sie ihr Denkmal bauen können. Möglichst noch in diesem Herbst soll auf der Wiese gegenüber ihrer Schule Neumünsters erstes Denkmal für neue Medien entstehen.

Das gut sechs mal zwei Meter hohe Werk „Vernetzte Welt“, das zur kritischen Auseinandersetzung mit sozialen Medien auffordert, existiert bislang zwar erst als Modell, hat aber gute Chancen, auch die letzte Etappe zur Umsetzung zu schaffen.

Auf rund 25 000 Euros schätzt Wilhelm Bühse von der unterstützenden Gerisch-Stiftung den Gesamtaufwand. Das Meiste haben die Schüler in Form von Materialspenden oder Arbeitszusagen in unzähligen Verhandlungen mit Sponsoren eingesammelt. Jetzt fehlen noch gut 3500 Euro für die Fundament- und Erdarbeiten: Sponsoren willkommen!

Die „Vernetzte Welt“ ist kein Schnellschuss aus dem Kunstunterricht, in dem zwischen zwei Pausen mal schnell ein mehr oder weniger gelungener Denkanstoß aus Pappe zusammengeklebt wird. Vielmehr hat sich der Kunstkursus unter Leitung seiner Kunsterzieherin Inge Pries und mit maßgeblicher Unterstützung der Herbert-Gerisch-Stiftung bereits vor einem Jahr erstmals grundsätzlich mit dem Thema Denkmal auseinandergesetzt und die Idee über Monate weiterentwickelt: Was, so die zentrale Frage, beschäftigt und beeinflusst gerade die junge Generation so tiefgreifend und nachhaltig, dass es auch für nachfolgende Generationen in einem „Denkmal“ verewigt zu werden verdient hat?

In sechs Projektgruppen nahmen die anfangs 16 Schüler ganz unterschiedliche Spuren auf, um die sie bewegenden Zeitfragen symbolisch in Kunst umzusetzen. Flucht und Vertreibung, das dramatische Gefälle von Arm und Reich oder der Hunger der Welt waren dabei ebenso vertreten wie Massentierhaltung oder der Segen interkulturellen Austauschs.

Sechs ausgewählte Projekte wurden Anfang April im Foyer des Neuen Rathauses ausgestellt. Besucher der Schau durften mit abstimmen, welcher der Entwürfe die Chance bekommen sollte, umgesetzt zu werden. Fast 70 Prozent der Stimmen entfielen auf die „Vernetzte Welt“ von Nils Jakubeit und Felix Mordas, die auch bei der Fachjury als Favorit ankam. Die Idee überzeugte dabei sowohl durch schlichte Eleganz wie große Symbolkraft und jede Menge Interpretationsspielraum.

Die beiden Ideengeber haben in ihrem Modell eine gläserne Weltkugel zwischen sechs farbige Pfosten gehängt, die der Betrachter als Symbol für die Kontinente werten kann, die aber auch für die großen sozialen Netzwerke stehen könnten, die die Welt unter sich aufteilen. Die gläserne Erdkugel hängt gleichsam an den Fäden der Global Player der Massenkommunikation. Wie das zu bewerten ist, lässt das Denkmal dabei offen. „Die Interpretation muss schon jeder für sich selber finden“, erklärt Felix Mordas. „Wir lassen bewusst breiten Raum.“

Das gekürte Denkmal sollte zunächst an zentraler Lage auf dem Dreiecksplatz hinter der Stadthalle am Teichufer entstehen, das war wegen technischer Probleme aber nicht möglich. Die Stadt schlug als Alternative das Parkgelände am Schwaleufer gegenüber der Klaus-Groth-Schule vor und rannte damit auch bei der Schule offene Türen ein: „Das Kunstwerk spiegelt unsere Schule mit seiner Orientierung zu Technik und modernen Medien wider“ , freut sich Schulleiter Jörg Jesper über die Standortentscheidung.

Sollte die „Vernetzte Welt“ tatsächlich gebaut werden, darf das Kunstwerk auf unbegrenzte Zeit auf städtischen Boden stehen bleiben. Die Stadt übernimmt die Pflege, die Schule will Patenschaften einrichten, um das Denkmal auch für künftige Generationen zu erhalten.

Sponsoren, die sich für das Kunstwerk interessieren, können mit den Schülern per E-Mail Kontakt aufnehmen: denk.mal.nach.kgs@gmail.com.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen