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Franz-Rohwer-Platz in Neumünster : Schreibmaschine sorgt für Großeinsatz der Polizei

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Kampfmittelräumdienst fuhren gestern zu einem verdächtigen Koffer nach Wittorf.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2016 | 06:30 Uhr

Neumünster | Die beiden Männer sollen nicht viel gesprochen haben. „Sari?“, soll einer gefragt haben. Dann übergab das Duo Montagvormittag einen schwarzen Koffer an eine Angestellte der Steuerkanzlei am Franz-Rohwer-Platz 3 und verschwand ohne Erklärung. Als Steuerberater Serdar Sari wenig später kam, war ihm der Koffer suspekt. Er trug ihn nach draußen und rief die Polizei. Die riet zur Vorsicht und rückte mit mehreren Streifenwagen aus. Die Beamten gingen von einem gefährlichen Gegenstand aus und auf Nummer Sicher: Mehr als ein Dutzend Polizisten sperrten den Franz-Rohwer-Platz. Die Häuser mit den Hausnummern 1, 3 und 5 wurden geräumt, ebenso die Anwaltskanzlei Steinbach. Sieben Anwohner kamen bei Nachbarn unter.

Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt und der Kampfmittelräumdienst aus Groß Nordsee wurden alarmiert. Gegen 14 Uhr trafen Sprengmeister Oliver Kienast und sein Kollege Thomas Baller mit Blaulicht ein, sondierten die Lage. Baller streifte nach einer kurzen Besprechung den Schutzanzug über und begab sich mit einem Röntgengerät zu dem Koffer, der in einem Gang zwischen den Häusern stand. 30 Minuten später gab er Entwarnung. In dem Koffer lag eine alte Schreibmaschine. Feuerwehr und Polizei rückten wieder ab. „Es liegt kein Straftatbestand vor, damit ist die Sache für uns erledigt“, erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs.

Die Polizei sperrte den Franz-Rohwer-Platz während des rund dreistündigen Einsatzes. Darum kam es auf dem Hansaring vor der Ampel an der Kreuzung zur Wittorfer Straße zu zähfließendem Verkehr.
Die Polizei sperrte den Franz-Rohwer-Platz während des rund dreistündigen Einsatzes. Darum kam es auf dem Hansaring vor der Ampel an der Kreuzung zur Wittorfer Straße zu zähfließendem Verkehr. Foto: Christian Lipovsek
Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen und rund einem Dutzend Beamten am Franz-Rohwer-Platz. Die Beamten gingen bei dem Koffer von einem gefährlichen Gegenstand aus, den zwei unbekannte Männer am Vormittag in einer Steuerkanzlei bei einer Mitarbeiterin abgegeben hatten.
Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen und rund einem Dutzend Beamten am Franz-Rohwer-Platz. Die Beamten gingen bei dem Koffer von einem gefährlichen Gegenstand aus, den zwei unbekannte Männer am Vormittag in einer Steuerkanzlei bei einer Mitarbeiterin abgegeben hatten. Foto: Christian Lipovsek
 

Die Anwohner wie Ernst-Günter (81) und Inge Voß (82) durften zurück in ihre Wohnungen. „Wir wollten gerade Mittag essen, als die Polizisten bei uns klingelten und sagten, dass wir die Wohnung verlassen müssen“, erzählte das Ehepaar. Beide kamen bei ihrer Nachbarin Karla Röthel unter. „Ich hatte zwar kein Mittag, aber einen Schnaps gegen die Aufregung“, sagte sie.

Am späteren Nachmittag klärte sich der Vorfall dann auf. Steuerberater Serdar Sari: „Kurz nachdem alle weg waren, kamen die beiden Männer wieder in die Kanzlei. Das war ein Mandant mit einem Bekannten. Sie wollten mir die Schreibmaschine geben, damit ich für sie Korrespondenzen erledigen kann.“

Insgesamt war der Franz-Rohwer-Platz gut drei Stunden gesperrt. Auf dem Hansaring kam es in dieser Zeit zu zähfließendem Verkehr.

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