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sh:z-Wissensimpulse : Schokolade hilft beim Stimmtraining

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dr. Monika Hein erklärte in der Reihe „sh:z-Wissensimpulse“ 260 Besuchern den richtigen Umgang mit Stimme und Ton.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | „Mmh, jam, jam, Schokolade“. Was wie die zufriedene Reaktion auf einen leckeren Schokokuchen klingt, war eine Sprechübung, mit der Dr. Monika Hein ihre 260 Gäste am Dienstagabend vom Genuss-Ton in der eigenen Stimme überzeugte. Als dritte Referentin der insgesamt achtteiligen Vortragsreihe „sh:z Wissensimpulse“ verriet die promovierte Phonetikerin ihrem Publikum verblüffende Wirkungsebenen von Stimme und Sprechweise.

„Mit der Stimme beeinflusst man ein Gespräch“, sagte Monika Hein. „Unsere Stimme kann Wirkung auf andere haben, sie wirkt auf uns selbst, und sie kann Inhalte wichtig oder unwichtig erscheinen lassen“, stellte die Hamburgerin klar. „Unsere Stimme kommt von innen. Angst klingt klein, piepsig, manchmal schrill, brüchig und tonlos“, sagte Hein. Liebe hingegen klinge warm, innig, voluminös, fließend und weich, so die Stimmtrainerin. Wer nun glaubte, Monika Hein riet jedem den gleichen sonoren Ton zu trainieren, lag falsch. „Wie möchten Sie klingen? Lernen Sie Ihre Stimme kennen!“, forderte sie ihre Gäste auf. Um das herauszufinden, sei zuerst einmal die richtig Haltung nötig, denn nur so könne man die ganze Bandbreite seiner Stimme erfahren.

Auf Kalauer verzichtete die selbstständige Rednerin. Statt dessen erzählte sie von ihrem Teenie-Idol, dem Sänger der norwegischen Band A-ha, Morten Harket, dessen Stimme sie bereits als Zwölfjährige faszinierte und bot den Besuchern jede Menge Informationen zum Thema Stimme, Haltung und Atmung dar – kleine Trainingseinheiten inklusive. „Unser Körper ist unser Instrument. Wer krumm sitzt, verkleinert den Resonanzraum. Also, alle mal auf die vordere Stuhlkante rücken“, sagte die Referentin, „und nun setzen Sie sich das Königskrönchen auf. Kopf zur Decke und: ,Jaaa!‘ Hören Sie, wie schön das klingt?“, fragte sie. Lächelndes Kopfnicken im Publikum. „Und nun zur Atmung: Wer aufgeregt ist, neigt zur Schnappatmung. Wir verschlucken Silben, unser Gehirn bekommt nicht mehr genug Sauerstoff, um richtig denken zu können, und wir verhaspeln uns“, erklärte die Stimmtrainerin. Der gut gemeinte Rat, einmal tief einzuatmen, sei verkehrt. „Das Gegenteil hilft: Atmen Sie tief aus“, riet Monika Hein.

Beim Sprechen sind Tempo und Pausen wichtig, um die Gesprächspartner „bei der Stange zuhalten“, die Betonung sollte wohl dosiert sein. Das alles könne man mit einfachen Mitteln trainieren, so die Synchronsprecherin. „Stellen Sie Ihr Mischpult richtig ein“, sagte die Referentin und unterstrich ihre Aussage mit einem kleinen Vortrag, in dem sie ihre Stimme von hoch nach tief runterregelte. Diese zwei Minuten waren ebenso verblüffend, wie eindrucksvoll, so dass das Publikum spontan applaudierte. „Haben Sie gehört?“, fragte Monika Hein. „Die angenehmste Tonlage ist warm, voluminös und weich. Genau wie die Liebe. Und das kann man trainieren: „Mmh, jam, jam, Schokolade.“

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