Neumünster : „Schöner Schwan“ mit kleinen Schwächen

robier9397

Beim Kommunalpolitischen Bierabend des Unternehmensverbandes Mittelholstein gab es Lob und mahnende Worte an Politik und Verwaltung.

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06. Juli 2018, 19:00 Uhr

Wenn Wirtschaft, Verwaltung und Politik zusammentreffen, gibt es reichlich Gesprächsstoff, da ist Neumünster keine Ausnahme. Das Ganze mit leckerem Essen und reichlich Bier garniert, wird dann zu einer unterhaltsamen Dreiecksbeziehung, die der Unternehmensverband Mittelholstein (UV) traditionell beim Kommunalpolitischen Bierabend kultiviert. Wenn das Wetter stimmt, es zudem auch noch Neuigkeiten aus dem Rathaus gibt, wird daraus eine runde Sache. Und genau davon konnten sich am Donnerstag exakt 170 Gäste überzeugen, die der Einladung der UV-Vorstände Jens van der Walle sowie Ulf Michel ins Restaurant an der Schanze in Einfeld gefolgt waren.

<p>Kein Bierabend ohne Bier: Ulf Michel (von links), Jens van der Walle, Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und UVM-Ehrenpräsident Uli Wachholtz.</p>
Ziehm

Kein Bierabend ohne Bier: Ulf Michel (von links), Jens van der Walle, Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und UVM-Ehrenpräsident Uli Wachholtz.

 

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras präsentierte den Gästen nämlich nicht nur glänzende Daten vom Arbeits- und Gewerbeimmobilienmarkt, er ließ auch eine Vision wieder aufleben – Neumünster als Hochschulstandort. Der Erfüllung dieses lang gehegten Wunsches sei die Stadt so nah wie nie. „Wir haben da zurzeit ein geniales Fenster“, sagte er. Geprüft würden Ansiedlungsmöglichkeiten in den Bereichen Pflege und Logistik.

<p>Selfie: Thomas Krampfer und  Wiebke Diehlmann (beide Grüne).</p>
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Selfie: Thomas Krampfer und  Wiebke Diehlmann (beide Grüne).

 

Auch bei der Umgestaltung des Großfleckens will der OB Druck machen. „Es muss endlich eine Entscheidung fallen“, betonte er in Richtung der anwesenden Ratspolitiker und kündigte an, ihnen im September ein Konzept zur Beschlussfassung vorzulegen.

<p>Citymanager Michael Keller (von links), Mailin Huljus (Holsten-Galerie), Ralph Godbersen (First Reisebüro).</p>
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Citymanager Michael Keller (von links), Mailin Huljus (Holsten-Galerie), Ralph Godbersen (First Reisebüro).

 

Tauras bezeichnete Neumünster angesichts der jüngsten Ansiedlungserfolge und der steigenden Bevölkerungszahl als „Boomtown“. Ulf Michel erklärte, das „hässliche Entlein“ habe sich in einen „schönen Schwan“ und zu einem attraktiven Standort für Unternehmen entwickelt. Und Jens van der Walle sieht in der Schwalestadt gar die „heimliche Hauptstadt des Landes“, auf die viele andere Regionen Schleswig-Holsteins angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung neidisch schauten.

<p>Kaufleute: Gerd Grümmer (links), Tino Schmelzle (Stadtwerke).</p>
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Kaufleute: Gerd Grümmer (links), Tino Schmelzle (Stadtwerke).

 

Ganz ohne kritische Worte konnten sich der OB und die Ratspolitiker anschließend aber nicht ins Vergnügen stürzen. So zeigte sich Bauunternehmer Michel deutlich genervt von der Diskussion über die von ihm sehr kritisch betrachtete Modulbauweise für öffentliche Gebäude. Auch in Sachen Großflecken und Lütjenstraße forderte er ein Umdenken. Eine neue Pflasterung allein reiche nicht aus, um der Innenstadt ein modernes Gewand zu verpassen. Es hätten bereits mehrere Geschäfte schließen müssen, kritisierte Michel zudem und forderte das Etablieren einer „professionellen Quartiersentwicklung“.

<p>Polit-Runde: Oliver Schlemmer (CDU, von links), Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger (CDU), Andreas Hering (SPD) und Axel Westphal-Garken (SPD).</p>
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Polit-Runde: Oliver Schlemmer (CDU, von links), Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger (CDU), Andreas Hering (SPD) und Axel Westphal-Garken (SPD).

 

Jens van der Walle hatte eingangs die Begrüßung übernommen und den Betrachtungsbogen über die Stadtgrenzen hinaus gespannt. Er lobte den Kieler Koalitionsvertrag und sagte, er sei zuversichtlich, dass sich Schleswig-Holstein zum mittelstandsfreundlichsten Bundesland entwickeln könnte. Bundespolitisch sehe es anders aus. Er warf Innenminister Horst Seehofer vor, mit seiner Inszenierung in der Flüchtlingspolitik eine „Diffamierung der gesamten Bundesregierung erzeugt“ und ein „Paket für den Rechtspopulismus geschnürt“ zu haben.

<p>Steuerberater Tjark-Ture Dierks (von links), Tammo Behrendt (Behrendt Rohstoffverwertung),  Frank Kröger (Kröger Kranbau und Industrieservice).</p>
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Steuerberater Tjark-Ture Dierks (von links), Tammo Behrendt (Behrendt Rohstoffverwertung),  Frank Kröger (Kröger Kranbau und Industrieservice).

 
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