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Wissensimpulse : Schneller auf bessere Ideen kommen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Kommunikationsexperte Gerriet Danz sprach vor 240 Besuchern über die Kraft der Innovation.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Neumünster | „Innovation kann jeder.“ Davon ist Gerriet Danz fest überzeugt. Im Rahmen der „Wissensimpulse“, einer Vortragsreihe des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z), referierte der Experte für Kommunikation und Kreativität am Dienstagabend über die Notwendigkeit von Innovationen und gab den 240 Besuchern anschauliche Kreativtechniken mit auf den Weg.

„Der Wandel ist nicht aufzuhalten“, stellte Gerriet Danz fest. Die Digitalisierung werde unaufhaltsam fortschreiten, so der Hamburger. „Kennen Sie das Internet der Dinge? Bereits heute gibt es Kühlschränke, die mit Supermärkten kommunizieren. Geht beispielsweise Ihre Milch zur Neige, schickt der Kühlschrank eine Meldung, und die Ware wird geliefert“, erläuterte Danz. Diese Entwicklung habe natürlich große Auswirkung auf die Arbeitswelt. Laut einer schwedischen Studie werde es die Hälfte der heutigen Berufe in 20 Jahren nicht mehr geben.

Als Beispiel nannte der Bestseller-Autor die Taxibranche. Gängige Bezahlmöglichkeiten mit der EC-Karte seien in den meisten Taxen unmöglich, auf innovative Fahrdienstangebote wie Uber werde mit Streiks und Gerichtsverfahren reagiert. Auch wenn das Landgericht in Frankfurt den Taxifahrern Recht gab, auf Dauer sei die Taxi-App Uber nicht zu stoppen, ist Danz sicher.

„Anstatt sich gegen den Wandel zu sperren, sollte die Taxibranche ihre Energie für Innovationen nutzen“, sagte der Dozent der Steinbeis-Universität Berlin. Sonst erginge es ihr wie Olli-Pekka Kallasvuo, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Nokia. Der hatte noch 2008 behauptet, das I-Phone sei ein Nischenprodukt.

Doch wie kommt man auf gute Ideen? Gibt es Kulturen, die Innovationen fördern? Und warum tut sich das Neue so schwer? Gerriet Danz gab Antworten. „Ein Faktor für Innovationen ist die Kreativität, die Lehre von der Verknüpfung. Unter Druck kann man nicht kreativ sein. Stellen Sie Ihr Gehirn öfter mal auf den Flip-Flop-Modus“, riet Ganz dem Publikum. „Bringen Sie die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Sie werden überrascht sein, was dann an Ideen entsteht. Feiern Sie Ihre Fehler. In frühen Stadien begangen, verhindern sie Bauchlandungen am Schluss. Und fordern Sie Ihre Mitarbeiter auf keinen Fall auf, sich zu konzentrieren“, riet der Experte. „Konzentration verhindert gute Ideen“. Viel besser sei es, sich in anderen Branchen umzuschauen und quer zu denken.

„Henry Ford revolutionierte mit der Fließbandfertigung den Autobau, nachdem er einen Schlachthof besucht hatte, Apple entwickelte den bunten I-Mac nach einem Besuch beim Süßwarenhersteller Jelly Belly“, erzählte Danz, um dann von seinen Erfahrungen im kalifornischen Silicon Valley zu berichten. Strikte Regulierungen, die zwangsläufig Neues verhindern, kenne man dort nicht, erzählte der 50-Jährige begeistert. Vielmehr setzten die dort ansässigen Unternehmen auf Innovationen.

Anschauliche Beispiele und nachvollziehbare Gedanken bestimmten den Vortrag von Gerriet Danz. Der Funke wollte am Dienstagabend aber nicht richtig überspringen. Es fehlte an Aha-Erlebnissen, und so blieb die ganz große Begeisterung beim Publikum aus. Vielleicht schwebte die von Danz zitierte „German Angst“ vor Neuerungen durch den Raum, vielleicht ist aber auch der Begriff „Innovation“ durch Werbung und Marketing bereits zu sehr strapaziert.

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