Neumünster-Faldera : Schneiderweg: Rückbau bleibt die Ausnahme

Am Schneiderweg in Faldera wurde in der 90er-Jahren teils enger gebaut als eigentlich zulässig. Jetzt soll der Bebauungsplan angepasst werden, um Konflikte zwischen Anliegern und Bauaufsicht möglichst zu vermeiden.
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Am Schneiderweg in Faldera wurde in der 90er-Jahren teils enger gebaut als eigentlich zulässig. Jetzt soll der Bebauungsplan angepasst werden, um Konflikte zwischen Anliegern und Bauaufsicht möglichst zu vermeiden.

Die Änderung des Bebauungsplanes „Südlich Ehndorfer Straße“ soll Anliegern mehr Rechtssicherheit bieten

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14. Januar 2018, 07:30 Uhr

Neumünster | Das erste Mal wurden die Anlieger des Schneiderwegs im Sommer vergangenen Jahres eher per Zufall aufgeschreckt: Ein Käufer, der an dem ruhigen Siedlungsweg in Faldera ein neues Zuhause suchte, erkundigte sich bei der Stadt nach möglichen Auflagen für Nebenbauten. Die Bauaufsicht schaute in ihre Unterlagen und sich dann vor Ort um.

Ergebnis: In vielen Fällen sind die Grundstücke offenbar weit dichter mit Terrassen oder Gartenhäuschen bebaut als erlaubt. Droht jetzt auf breiter Linie der zwangsweise Rückbau?

Nein, stellten die Stadtplaner Bernd Heilmann und Maximilian Müller am Donnerstagabend im Stadtteilbeirat Faldera klar. Statt auf die Einhaltung des bestehenden Bebauungsplanes Nr. 157 „Südlich der Ehndorfer Straße“ zu pochen, will die Stadt den Plan jetzt möglichst so anpassen, dass der Ist-Zustand in der Wohnsiedlung rechtssicher wird.

Ob das in allen Fällen gelingt, ließen die Planer offen. Ein Rückbau werde aber die absolute Ausnahme bleiben, versprach Stadtplaner Bernd Heilmann.

Darauf will auch die Politik achten: „Wir möchten, dass der Ist-Zustand den gesetzlichen Bestimmungen möglichst angepasst wird, nicht umgekehrt“, sagte Ratsfrau und Bauexpertin Franka Dannheiser (SPD). Ähnlich hatte auch der Planungs- und Umweltausschuss argumentiert, als er im November den Aufstellungsbeschluss für die geplante Änderung des Bebauungsplanes anschob. „Niemand soll seinen Carport abreißen, wir möchten aber, dass Anlieger später keinen Ärger mit der Bauaufsicht bekommen“, versicherte Dannheiser.

Das Problem: Um dem Wohnungsmangel zu begegnen, wurden in den 90er-Jahren auf knappem Grund auch dichte Scheibenhäuser genehmigt und die Bebauungsgrenzen ausgereizt. Durch Anbauten, Carports und Terrassen wurde der Grund im Laufe der Jahre dann oft über das erlaubte Maß bebaut. Die Reform des B-Plans soll jetzt für mehr Rechtssicherheit sorgen. Ähnliche Überplanungen gibt es auch in anderen Stadtteilen.

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