Schmerz-Patientin vor der Kamera

Während Kameramann Arne Gerdes Lehrerin Heike Norda im Fokus hat, hilft sie den beiden siebenjährigen Erstklässlerinnen Jette Gustafsson (links) und Leonie Marquardt beim Malen. Foto: Strebos
Während Kameramann Arne Gerdes Lehrerin Heike Norda im Fokus hat, hilft sie den beiden siebenjährigen Erstklässlerinnen Jette Gustafsson (links) und Leonie Marquardt beim Malen. Foto: Strebos

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26. März 2010, 07:39 Uhr

Neumünster | Seit über 20 Jahren leidet Heike Norda an chronischen Schmerzen. Bei einer Operation in den 80er-Jahren wurde ein Nerv am Knie durchtrennt. Mittlerweile ist die 49-jährige Leiterin der Selbsthilfe Chronischer Schmerz und engagiert sich im Kampf gegen die Krankheit. Auftritt im Fernsehen: Am morgigen Sonnabend, 27. März, ist Heike Norda ab 17 Uhr im Magazin "Vivo" auf 3sat zu sehen, das sich unter dem Titel "Den Schmerz beherrschen" dem Leiden von rund acht Millionen Deutschen widmet.

Gefilmt wurde unter anderem der Berufsalltag der Lehrerin, die an der Hans-Böckler-Schule verschiedene Klassen der Altersstufen 1 bis 9 unterrichtet. Bereits Ende Januar war sie in der Diskussionssendung "Offen gesagt" auf N3 im Fernsehen. "Dort ist 3sat dann auf mich aufmerksam geworden", erklärt Heike Norda, die anderen Schmerzpatienten durch ihre Art und Weise Mut machen möchte. "Ich habe gelernt, besser mit dem Schmerz umzugehen. Ich bin nicht mehr in der Rolle des Opfers meines Schmerzes", sagt sie. Grund dafür seien nicht nur die schmerzlindernden Eingriffe, die sie alle drei Monate in Lübeck über sich ergehen lässt. "Dabei wird flüssiger, minus 100 Grad kalter Stickstoff an den Nerv geleitet und schädigt ihn. Leider erholt der sich aber nach einiger Zeit wieder und sendet dann Schmerzsignale aus", erklärt Heike Norda. Als eine Art Dauerschmerz beschreibt sie ihr Leiden. Nervenschmerz-Attacken setzen ihr in unregelmäßigen Abständen und ohne Vorwarnung zu: "Das ist wie ein Messerstich. Bei der Attacke wird das Messer dann in der Wunde umgedreht." Um den Schmerz so gut es geht zu bekämpfen, spritzt sie sich selbst ein Betäubungsmittel und flüchtet sich zudem in "Traumreisen", wie Heike Norda sie nennt: "Dabei begebe ich mich auf meine Lieblingsinsel Tobago und lenke meine Aufmerksamkeit bewusst weg vom Schmerz." Das Fernsehteam begleitete sie fast acht Stunden lang: beim Religionsunterricht in der ersten Klasse, beim Hausarzt-Besuch und beim Fahrradfahren. "Das war interessant und aufregend, erstaunlich, wie viel Aufwand für wenige Sendeminuten betrieben wird", sagt Heike Norda: "Durch die Sendung hoffe ich, dass eine breitere Öffentlichkeit von dieser Krankheit erfährt und so ein informiertes, verständnisvolles Umfeld entsteht. Denn diese Krankheit kann wirklich jeden ereilen."

Weitere Informationen unter www.3sat.de.

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