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Erlebniswald Trappenkamp : Schlittenrennen auch ohne Schnee

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zughunde- und Schlittenhundefreunde erlebten am Wochenende ein stürmisches Auftaktwochenende zur Rennsaison im Erlebniswald Trappenkamp.

So ganz wohl war mancher Musherfamilie mit ihren Zug- und Schlittenhunden in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag nicht, als Orkanböen über den Parkplatz am Erlebniswald Trappenkamp hinwegfegten und nach einem spannenden ersten Renntag für unruhige Stunden sorgten. „Das Rütteln und Schütteln am Wohnwagen und den Anhängern war schon unheimlich“, meinte eine Teilnehmerin.

Mit rund 90 Startern und 20 Gespannen war das Feld des 19. internationalen Schlittenhunderennens im Erlebniswald Trappenkamp etwas dünner besetzt als im Vorjahr. Da waren es noch 120 Starter. Zu den Gespannen kamen noch etwa 40 Hunde, die einzeln oder als Paar vor dem Scooter (Roller) oder Rad an den Start gingen, sowie 15 Hunde, die ohne Rad oder Wagen mit einem Läufer auf die Strecke gingen. „90 Teilnehmer, das ist immer noch eine beachtliche Zahl“, meinte Sprecherin Levke Ose Erichsen vom veranstaltenden Schlittenhunde-Sportverein-Nord (SSVN).

Das Rennen in Trappenkamp ist für viele Musher, wie die Fahrer der Gespanne heißen, ein willkommener Start in die Saison. „Es ist ein tolles Gelände, auch wenn Ende Oktober kaum mit Schnee zu rechnen ist“, meinten auch Schlittenhundefreunde aus Dänemark, die seit Jahren dabei sind. Immerhin war es für die Hunde kühl genug. Die mögen es gar nicht, wenn die Temperaturen über 15 Grad Celsius steigen, meinte Tierärztin Monika Böcker aus Fahrenkrug beim Besuch des Gespanns von Levke Erichsen und Bernd Fedder aus Selin.

Bei dem Gespann gab es nichts für die Fahrenkrugerin zu tun. „Das wird wieder einmal ein Rennwochenende wie aus dem Bilderbuch“, sagte die Tierärztin, die seit 19 Jahren im Erlebniswald mit geschultem Blick auf die Gesundheit der Hunde achtet. Da seien höchstens einmal einige Worte bei den Neulingen angebracht.

Der intensivste Austausch findet bereits im Fahrerlager statt, sagte Böcker. Nur einmal musste die Ärztin in den 19 Jahren nach einer Beißerei in einem Alaskan-Malamute-Gespann eingreifen. „Bei den kräftigen Malamute kann es bei Rangordnungsrangeleien schon einmal etwas ruppig zugehen“, sagt Böcker. Im Allgemeinen bestechen die nordischen Hunde wie die Siberian Huskys, die größeren Malamute oder die Samojeden allerdings nicht nur wegen ihrer Ausstrahlung, sondern auch durch ihr gelassenes Wesen, meinte Böcker. An der Rennstrecke hieß es für die Zuschauer: Vorsicht! Und Raum für die Gespanne und Rennläufer lassen. Einem achtköpfigen Gespann vor dem Rollwagen sollte man sich eher nicht in den Weg stellen, hieß es. Das kenne nur ein Ziel – den Zieleinlauf. Dort durften die Läufer, Fahrer und Musher verdient den Applaus der Zuschauer entgegennehmen.

Ein wenig Wehmut schwang lediglich bei den alteingesessenen Gespannfahrern mit. Denn die großen Gespanne werden weniger. Dafür seien aber auch viele begeisterte Jugendliche in der offenen Klasse hinzugekommen. So freute sich die 14-jährige Maja Bessel, mit ihrem Mischlingshund Racker bereits zum zweiten Mal erfolgreich die 5,2 Kilometer lange Strecke mit dem Scooter geschafft zu haben. 2016 hatte es sogar schon für den fünften Rang unter 18 Startern gereicht, sagte sie stolz auf ihren kleinen Begleiter, einem Labrador-Münsterländer Mischling.

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