Neumünster : Schleusberg wird zum Nadelöhr

Arne Losch (links) und Tiefbau-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker stellten die Pläne vor.
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Arne Losch (links) und Tiefbau-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker stellten die Pläne vor.

Stadt baut von Ende März bis Mitte Dezember ein neues Regenrückhaltebecken. Straße muss zwei Mal voll gesperrt werden.

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06. März 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Autofahrer müssen sich am Schleusberg bis zum Jahresende auf einen Engpass einstellen: Die Stadt beginnt am 26. März zwischen Schleusaubrücke und Leineweberbrücke mit dem Einbau eines Regenrückhaltebeckens. Wegen der „exponierten Stelle“ werde es zu Einschränkungen bis hin zu zwei Vollsperrungen kommen, teilte Tiefbau-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker gestern mit.

Rund eine Million Euro lässt sich die Stadt den Überlauf kosten. Das Rückhaltebecken soll verhindern, dass bei Starkregen Schmutzwasser unbehandelt in die Schleusau und Schwale abfließen kann. Der Kanal an dieser „Schlagader der Stadt“ ist laut Arne Losch, der das Projekt als beratender Ingenieur begleitet, noch ein alter Mischwasserkanal für Regen- und Schmutzwasser, wie er überall in der Innenstadt zu finden sei.

Das neue Bauwerk ersetzt einen alten Überlauf in Höhe der Einmündung am Tivoli, der die neuerdings verschärften Auflagen zur mechanischen Vorreinigung nicht mehr erfüllt. Eine Umrüstung dort wäre nicht nur zu aufwendig und teuer geworden, sondern hätte noch mehr Beeinträchtigungen für den Verkehr mit sich gebracht, so Losch.

Die werden auch so schon einschneidend. Der Bau, der an die Bönningstedter Firma Hanse Pohl und Hans Wagner aus Neumünster vergeben ist, wird in fünf Phasen eingeteilt.

>Phase 1 startet am 26. März und soll etwa sechs Wochen dauern. In dieser Zeit wird das Baufeld bei den Schrägparkbuchten hergerichtet und vom Kampfmittelräumdienst auf mögliche Bombenblindgänger untersucht. Das unterirdische Rückhaltebecken ist 14 Meter lang, gut 6 Meter breit und 3,40 Meter hoch. Der Schleusberg wird nur stadteinwärts zu befahren sein, stadtauswärts über die Wasbeker Straße geleitet. Losch: „Das berücksichtigt die aktuellen Verkehrsflüsse und bringt den geringsten Eingriff.“

>Phase 2 ab etwa Mitte Mai ist mit einer Vollsperrung für drei Wochen verbunden. Für den Aushub der Baugrube sind große Maschinen nötig. Das Mischwasser wird über Rohrleitungen oberirdisch an der Baustelle vorbeigeleitet. Auch Fußgänger müssen nun einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Der Parkplatz zwischen Wasbeker Straße und Schleusberg bleibt aber erreichbar.

>Bauphase 3 beginnt Anfang Juni und wird bis etwa Mitte Oktober dauern. In dieser Zeit sollen die Stahlbetonarbeiten und die am Kanal erfolgen. Eine Baustellenampel ermöglicht, dass der Verkehr in dieser Zeit im Wechsel einspurig, aber in beide Fahrtrichtungen an der Baustelle vorbeigeleitet wird. Diese Regelung erfolgt mit Blick auf die Holstenköste und die dann umfassenden Sperrungen in der Innenstadt. „Wenn das mit der Ampel nicht funktioniert, können wir immer noch eine Einbahnstraßenregelung machen“, sagt Tiefbau-Chef Schnittker. Einschränkungen für den Lkw-Verkehr gebe es nicht, sagt Baustellenkoordinator Steffen Wedel.

>Phase 4 beginnt Ende Oktober und bedeutet für drei Wochen: Vollsperrung. „Die Zigarrenkiste ist dann drin“, sagt Losch. Was noch fehlt, sind die Schächte in der Straße und die Anschlüsse. Die provisorische Schmutzwasserumleitung wird abgebaut.

>Phase 5 ab Mitte November bis Mitte Dezember ist für die Wiederherstellung der Parkplätze vorgesehen. Der Verkehr geht einseitig Richtung Innenstadt an der Baustelle vorbei.

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