Schadstoffbelastung : Schleusau: Schwierige Entsorgung

Die mit Schadstoffen belasteten Betonschalen sind in Plastikfolie eingehüllt und müssen fachgercht entsorgt werden. Die beim Aushub entdeckte Mauer aus Natursteinen (links) wird in die Gestaltung einbezogen.
Foto:
1 von 3
Die mit Schadstoffen belasteten Betonschalen sind in Plastikfolie eingehüllt und müssen fachgercht entsorgt werden. Die beim Aushub entdeckte Mauer aus Natursteinen (links) wird in die Gestaltung einbezogen.

Arbeiten zur Freilegung des Gewässers ruhen wegen belasteter Betonrohre seit November. Umsetzung des Kunstwerks Doppelwinkel dauert

von
07. Januar 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Die Entsorgung der mit Schadstoffen belasteten Betonschalen auf der Schleusau-Baustelle gestaltet sich schwieriger als gedacht. Im Schutzanstrich waren erhöhte Werte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen festgestellt worden. Die Betonschalen müssen deshalb aufwendig als Sondermüll behandelt werden.

Seit Anfang November ruhen die Arbeiten zur Freilegung des Gewässers am Museum Tuch + Technik. Morgen will die Verwaltung für die Entsorgung des belasteten Materials einen Fahrplan vorlegen. Das endgültige Ja zur Kostenplanung muss der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss auf seiner Sitzung am 29. Januar geben.

Überrascht zeigte sich der Hamburger Künstler Jan Meyer-Rogge (79), denn ihm hatte offenbar niemand erzählt, dass sich die Arbeiten und damit auch die Umsetzung seines 1986 für die Stadthalle entstandenen Kunstwerks „Doppelwinkel“ verzögern. Es soll seinen neuen Standort auf der Rasenfläche vor dem Museum Tuch + Technik finden und dort auch seinen zurzeit amputierten Arm zurück erhalten.

2007 war am Kunstwerk vor der Stadthalle der horizontal aufliegende und frei im Wind drehende Winkel abmontiert und ins Depot ausgelagert worden. Er wäre an seinem Standort sonst mit der gläsernen Fußgängerbrücke zwischen der Stadthalle und dem neu gebauten Textilmuseum kollidiert. Die Versetzung der Skulptur geriet zur unendlichen Geschichte, und Meyer-Rogge drohte 2013 schon mit einer Urheberrechtsklage gegen die Stadt (der Courier berichtete).

Der neue Standort des Doppelwinkels vor dem Museum sei mit dem Künstler Jan Meyer-Rogge abgestimmt, betonte Bauamtsleiter Ralf-Joseph Schnittker. Bei der Schleusau-Freilegung wurde eine historische Steinmauer im Untergrund entdeckt. Sie soll jetzt in die Gestaltung des Platzes integriert werden. „Doch das hat keinen Einfluss auf den Standort des Kunstwerks und die Sichtachse zum Museum“, sagte Schnittker. Beides sei Jan Meyer-Rogge sehr wichtig. Und was die Umsetzung des Kunstwerks betreffe, sei die neue Planung auch „kostenneutral“.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen