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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 23:37 Uhr

Schleusau-Öffnung: Die Zeit wird knapp

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verzögerungen durch belastete Röhren und nachträgliche Umplanungen / Bis zum Start der Holsten-Galerie soll alles fertig sein

von
erstellt am 28.Apr.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Eigentlich sollte in diesen Tagen alles fertig werden, aber davon ist man auf der Baustelle vor dem Museum Tuch + Technik weit entfernt: Anfang November betraten Tiefbauer die Baustelle zum letzten Mal, um den Bauzaun zur Straße auf den Rasen vor dem Museum zurückzuziehen und damit zumindest die Straße wieder freizugeben. Der Verkehr auf den Schleusberg rollt seitdem zwar wieder reibungslos – auf der Baustelle selbst herrscht dafür absolute Friedhofsruhe – sehr zur Unmut der Kommunalpolitik, die langsam unruhig wird.

Denn eigentlich sollte die Umgestaltung am Museum ein wichtiger Baustein auf dem Weg sein, künftigen Besuchern der Holsten-Galerie den Weg in die Stadt zu ebnen. So wie der Boulevard am Gänsemarkt/Kuhberg zum Großflecken führen soll, sollte am Schleusberg eine parkähnliche Verlängerung des Teichufers mit Sitzgelegenheiten und Blick auf eine offene Schleusau eine optisch ansprechende Brücke auf den Kleinflecken und damit ebenfalls in die Stadt bauen.

„Jetzt laufen wir Gefahr, dass die Besucher beim Start der Holsten-Galerie auf eine Baustelle schauen – oder die Zufahrt zur zentralen Einfahrt ins Center durch Baustellenverkehr behindert wird“, sorgt sich Helga Bühse. Für die CDU-Ratsfrau sind beides „keine schönen Perspektiven“.

Ursache für den lange Baustillstand sind offenbar die komplizierten Verhandlungen zur Entsorgung von giftbelasteten Baustoffen, die die Tiefbauer am Museum freigelegt hatten. Wie sich herausstellte, sind die Betonröhren der Schleusau seinerzeit mit einem Anstrich versehen worden, der hohe Konzentrationen so genannter polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffen enthält. Der Stoff ist heute als stark krebserregend eingestuft , die Rohrteile müssen unter hohem Sicherheitsaufwand entsorgt werden. Die Bauverwaltung ließ die belasteten Betonröhren provisorisch abdecken und schrieb den Auftrag für die Entsorgung aus.

Eine Entscheidung über die Vergabe soll in diesen Tagen fallen. Dann, so die Hoffnung in der Bauverwaltung, könnte es mit den Arbeiten endlich weitergehen. Die unvorhergesehene Schadstoffentsorgung wird das Vorhaben voraussichtlich um gut 130 000 Euro verteuern, deutete die Verwaltung bereits vor Wochen im Bauausschuss an.

Weitere Kostensteigerungen hatten historische Mauerreste ausgelöst, auf die die Tiefbauer im Untergrund am Schleusau-Bett gestoßen waren. Um die Uferbefestigungen in die Parkanlage mit einbeziehen zu können, musste erneut umgeplant werden. Jetzt sollen Steintreppen direkt bis ans Ufer der Schleusau führen. Inzwischen werden die Kosten für das Gesamtprojekt auf rund 1,1 bis 1,2 Millionen Euro hochgerechnet.

Dabei hätten die Umbauten gegebenenfalls deutlich günstiger ausfallen können, mutmaßt Ratsfrau Helga Bühse. Die baupolitische Sprecherin der CDU hatte seinerzeit vorgeschlagen, die Schleusau auf ganzer Länge wieder ans Tageslicht zu holen, um mögliche Fördergelder aus EU-Töpfen zur Renaturierung von Gewässern anzuzapfen. Ihre Anfrage nach möglichen Fördergeldern sei seinerzeit aber im Sande verlaufen, bedauert Bühse.

In der Bauverwaltung hat man unterdessen wieder Hoffnung geschöpft, die Bauarbeiten doch noch rechtzeitig vor dem Start der Holsten-Galerie abschließen zu können. „Wir sind guter Hoffnung, dass die Verhandlungen jetzt zügig abgeschlossen werden können“, heißt es aus dem Rathaus.

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