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Schlechtes Ergebnis: Fehrs startet beschädigt

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Nur 63 Prozent Zustimmung für neuen CDU-Vorsitzenden

Neumünster | Viel schlechter kann man eine Amtszeit nicht starten: Mit einer Zustimmung von nur 63 Prozent wurde Wolf Rüdiger Fehrs (46) am Donnerstagabend zum neuen Kreisvorsitzenden der CDU gewählt. Er folgt auf Torsten Geerdts (50), der die CDU von 1997 bis 2010 und erneut seit 2012 geführt hatte und sich nun - wie berichtet - endgültig aus der Kommunalpolitik zurückzieht.

Auf dem Parteitag im Restaurant der Holstenhallen fiel kein böses Wort über Fehrs, der von 2010 bis 2012 bereits CDU-Chef war. Aber in geheimer Wahl gaben ihm nur 52 von 82 Mitgliedern ihre Stimme. Fehrs nahm es mit Fassung: "Mein erstes Ergebnis war etwas besser, aber daran kann man ja arbeiten", sagte er. 2010 war er mit 83 Prozent gewählt worden. Fehrs versprach, als Vorsitzender viel zu kommunizieren. Seine nächsten Wahlziele: "Angela Merkel und Philipp Murmann wiederwählen und 2015 Olaf Tauras mit über 60 Prozent als OB bestätigen."

Die beiden neuen Stellvertreter des Kreisvorsitzenden schnitten wenig besser ab als Fehrs. Babett Schwede-Oldehus (51), Vorsitzende der Rathausfraktion, gaben 66 Prozent ihre Stimme, Ratsherr Klaus Grassau erhielt 64 Prozent. Schwede-Oldehus folgt auf die zurückgetretene Sabine Krebs, Grassau auf den aufgerückten Fehrs.

Hauke Hansen wurde mit 83 Prozent zum stellvertretenden Schatzmeister gewählt. Der frühere Bürgermeister Thomas Michaelis erhielt bei seiner Wahl zum Beisitzer ganze 56 Prozent.

Außer den Wahlen stand auf dem Parteitag der im Mittelpunkt, der die CDU in den vergangenen 20 Jahren geprägt hat: Torsten Geerdts. Er erinnerte in seiner Begrüßung an politische Erfolge und blickte in die Zukunft: "Ich will, dass Olaf Tauras Oberbürgermeister bleibt. Aber das fällt bei der Wahl 2015 nicht vom Himmel." Mit der FDP und den Grünen müsse man sich auch mal streiten, aber bei wesentlichen Themen liege man auf einer Linie; darum sollte die CDU dieses Bündnis zur OB-Wahl erhalten. Das hatte Geerdts damals langfristig eingefädelt.

Darum hatte der scheidende Vorsitzende neben Tauras auch Reinhard Ruge (FDP) und Sebastian Fricke (Grüne) für ein Grußwort eingeladen. Ruge musste krankheitsbedingt passen, aber Fricke fand sehr lobende Worte für Geerdts, der "immer ein verlässlicher Gesprächspartner war, egal ob persönlich oder auch gern per SMS". Die Grünen redeten mit allen demokratischen Parteien, es gebe keine Festlegung auf Partner.

Der CDU-Ehrenvorsitzende Herbert Möller (90) erteilte sich selbst das Wort und verabschiedete seinen politischen Ziehsohn Torsten Geerdts mit warmen Worten. "Die CDU hat Dir viel zu verdanken", sagte Möller. Geerdts hörte ihm und anderen Abschiedsworten freudig zu, saß aber schon nicht mehr am Vorstandstisch. Er hatte sich nach seiner Begrüßung ins Publikum gesetzt und auch keinen Nachfolger vorgeschlagen.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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