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Holsteinischer Courier

25. September 2017 | 02:39 Uhr

Krankenhausbau : Schlechte Chancen auf mehr Geld

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Land sieht keine Verpflichtung, die Kostensteigerungen für den deutlich teurer gewordenen Neubau zu tragen. Morgen kommt es zum Krisengespräch

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 06:45 Uhr

Die Hoffnungen auf eine kräftige Finanzspritze vom Land für den um 17,3 Millionen Euro teurer gewordenen zweiten Bauabschnitt des neuen Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) schwinden. Bei den zugesagten Förderungen handele es sich um gesetzlich geregelte Festbetragsförderungen; für das Land bestehe keine Verpflichtung, sich an zusätzlichen Kosten zu beteiligen, heißt es in der Antwort des Gesundheitsministeriums in Kiel auf eine aktuelle Kleine Anfrage des Dithmarscher CDU-Landtagsabgeordneten Karsten Jasper.

Klinik-Chef Alfred von Dollen gab sich gestern dennoch zurückhaltend optimistisch. Morgen fährt er gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras zu einem Krisengespräch ins Ministerium nach Kiel. Dann wollen beide auch die vom Land geforderten weiteren Unterlagen zur Kostenentwicklung vorlegen. „Wir brauchen die Landesmittel. Sonst gibt es einen Baustopp, und der zweite Bauabschnitt liegt auf Eis. Das kann niemand wollen“, sagte von Dollen gegenüber dem Courier. Vor wenigen Wochen hatte er die Hiobsbotschaft der Kostensteigerung bekanntgegeben. Verantwortlich dafür sollen in erster Linie gestiegene Baukosten sein, aber auch ein zu gering kalkulierter Kostenansatz (der Courier berichtete).

Doch genau den kann das Land nicht erkennen. Auf Jaspers Frage, welcher Kostenansatz im Jahr 2006 zu gering kalkuliert worden sei, antwortet die Landesregierung: „Die Kostenansätze wurden im Rahmen der baufachlichen Stellungnahmen geprüft, die im Jahr 2005 für den 1. Bauabschnitt und im Jahr 2007 für den 2. Bauabschnitt durchgeführt wurden. Nach diesen Prüfungen sind die Kostenansätze nicht zu niedrig bewertet worden.“

Immerhin gibt es offenbar zumindest eine kleine Hoffnung auf etwas Geld: Die Kosten durch die höhere Bettenzahl im FEK-Neubau sind förderfähig. „Mit dem Krankenhaus besteht Einvernehmen darüber, dass die Erhöhung der Bettenzahl von 571 auf 596 (...) bei der weiteren Planung berücksichtigt werden muss“, schreibt die Landesregierung. Ob noch eine weitere Erhöhung der Bettenzahl notwendig wird, werde geprüft.

Christian Kohl, Sprecher im Gesundheitsministerium, erklärte gestern auf Nachfrage, dass die Antworten auf die Anfrage verbindlich seien. Änderungen oder Abweichungen werde es nicht geben. Aus dem Rathaus gab es ebenfalls nur einen knappen Kommentar. Thorben Pries, Büroleiter von Tauras: „Wir haben uns eine Strategie zurechtgelegt, um mehr Geld vom Land zu bekommen, werden diese aber vor dem Gespräch am Mittwoch nicht preisgeben.“

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