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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 19:26 Uhr

Seniorenmagazin : Schlamm und wabernde Bässe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seniorenredaktionsmitglied Helga Eggert ( 77) besuchte das Wacken Open Air.

von
erstellt am 25.Sep.2015 | 14:00 Uhr

Neumünster | Ein Erlebnis der besonderen Art. Was habe ich mir da nur angetan dachte ich, als ich in Wacken eintraf. Eine Woche vor Beginn des Festivals bin ich mit meinem Mann schon mal hingefahren, um alles zu sondieren, und das war gut so.

Da es ja die Tage vorher ausgiebig geregnet hatte, wusste ich, was mich in Wacken erwarten würde. Also musste ich mir noch ein Paar Gummistiefel kaufen. Im Schuhgeschäft stand eine Frau vor mir an der Kasse. Sie schaute mich lächelnd an und fragte, ob ich nach Wacken wolle. Mit meinem Ja hatte sie wohl nicht gerechnet. Aus ihrem Gesichtsausdruck konnte ich entnehmen, was sie dachte: ,Was will die Alte in Wacken?‘

Ein bisschen aufgeregt war ich schon, als ich mit meinem Mann nach Wacken fuhr. Wir kamen gut durch. Ich hatte mit mehr Autoverkehr gerechnet. Die meisten Besucher waren aber wohl schon im Verlauf der Woche eingetroffen. Ich war froh, dass wir einen privaten Parkplatz bei meiner in Wacken lebenden Freundin hatten. Alle öffentlichen Parkplätze versanken in Schlamm und Matsch. Nach dem Check-in haben wir den Wagen abgestellt und uns erst mal das Gewusel im Ort angesehen. Die Hauptstraße, die zum Festplatz führte, war voll von Verkaufsständen. In jedem Garten eines Privathauses stand eine Bude oder Stand, wo man alles Mögliche kaufen konnte (auch Gummistiefel). Wir stellten uns an den Straßenrand und beobachteten das Kommen und Gehen zum Festplatz. Wohlgeordnet die eine Straßenseite hin zum Festplatz, die andere Seite zurück. Öfters wurden wir von den Wackenfans angesprochen, woher wir kommen, wie es uns gefällt. Alle waren freundlich und nett. Ich war angenehm überrascht. Keiner drängelte, es wurde nicht überholt. So eine entspannte Atmosphäre habe ich noch auf keiner Großveranstaltung erlebt.

Schon vor dem Eingang erwartete mich Schlamm, so weit das Auge reichte. Bei jedem Schritt versank ich knöchel- und auch wadentief. Ich durfte nicht stehen bleiben, es hätte mir sonst die Stiefel ausgezogen. Meine Gedanken waren: ,Morgen kommst du nicht aus dem Bett.’

Acht Bühnen standen verteilt auf dem Platz. Da ich ja am Nachmittag da war, wurde nicht auf allen Bühnen gleichzeitig gespielt. Auf der Hauptbühne war aber voll Action angesagt. Menschenmassen standen da und hörten sich den harten Heavy-Metal-Sound an. Die Lautstärke war enorm, und ich bekam auch aus der Ferne genug mit. Meine Musikrichtung ist das natürlich nicht, aber man muss es einfach mal gehört und gesehen haben.

Mein Rundgang ging weiter an vielen Zelten und Verkaufsbuden vorbei mit den typischen Wackenutensilien, natürlich alles in Schwarz. Auf einem T-Shirt stand „. . . viel trinken, hat der Arzt gesagt“. Andere Wacken-Fans hatten einen Gummistiefel ausgezogen und tranken daraus „genussvoll“ ihr Bier.

Ich schaute auch noch einem mittelalterlichen Spektakel zu. Mit Schwert und Degen kämpften zwei Gruppen gegeneinander. Kurz vor dem Ausgang tippte mich ein Wackenfan an, zeigte auf seine Kamera und bittet meine Begleiterin, ein Foto von ihm und mir zu machen. Er war ein Schwede und konnte kein Deutsch. Ich war wohl eine Exotin auf dem Gelände.

Mein Fazit lautet: Es war ein tolles Erlebnis.

PS: Der nächste Morgen war wie immer, keine Beschwerden! 

Das ganze Seniorenmagazin finden Sie in der Courier-Ausgabe vom 25. September 2015.

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