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Ratsversammlung : Schlagabtausch um die Sportförderung

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

CDU wollte den Vertrag auf zwei Jahre zu begrenzen, scheiterte aber

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Die Sportvereine können für die kommenden vier Jahre bis 2018 mit einer verlässlichen Förderzusage der Stadt planen. Der Vertrag zwischen Stadt und Kreissportverband (KSV) sieht Mittel von 535  000 Euro jährlich vor und schreibt den Sparbeitrag des Sports zur Haushaltkonsolidierung mit 77  000 Euro fest. Er wurde schließlich auch einstimmig beschlossen – allerdings nach einem heftigen politischen Schlagabtausch.

Die CDU wollte, wie schon erfolgreich im Finanzausschuss und – ohne Mehrheit – im Sportausschuss, durchsetzen, dass der Vertrag auf zwei und nicht auf vier Jahre abgeschlossen wird. Der Haushalt der Stadt umfasse auch nur die Jahre 2015/16, begründete Hauke Hahn den Vorstoß der CDU. Außerdem wolle man sich erst einmal die Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung anhören.

Das rief den Sportausschussvorsitzenden Bernd Delfs (SPD) auf den Plan. Der Sport habe erhebliche Anstrengungen zur Konsolidierung unternommen und dafür Planungssicherheit verdient, sagte Delfs. Der Vertragsentwurf der Verwaltung setze zu 100 Prozent das um, was die Ratsversammlung im Dezember auf ihrer Haushaltssitzung einstimmig beschlossen habe.

„Jetzt macht die CDU einen Salto rückwärts und vergrault den Sport“, sagte Delfs. Es gehe um die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der ehrenamtlichen Kommunalpolitik und der Verwaltung. Der CDU-Antrag sei ein Skandal und schüre das Desinteresse an Politik. Dafür solle sich die CDU schämen, sagte Delfs. „Sie streuen Lügen ein“, konterte Hauke Hahn. Er verwies auf die 2010 geschlossene Vereinbarung, in der sich der KSV auf einen Einsparbeitrag von 100  000 Euro verpflichtet habe. „Das hat der Sport nicht geleistet“, so Hahn. Das sei zwar Vergangenheit, müsse aber erwähnt werden.

Die CDU-Ratsherren Wolf Rüdiger Fehrs und Gerd Kühl sprangen ihrem Parteifreund Hauke Hahn bei. Fehrs rügte die Wortwahl und Tonlage von Bernd Delfs als „unter der Gürtellinie“. Kühl will mehr Auskünfte vom KSV und nach zwei Jahren eine Zwischenbilanz. „Deswegen versuchen wir, eine Zwischenlinie einzuziehen“, sagte Gerd Kühl.

Ralf Ketelhut von den Grünen hatte zuvor an die Christdemokraten appelliert, ein klares Bekenntnis zum Sport abzugeben. „Der Sport hat Planungssicherheit verdient. Es ist kein Problem, dem Sport für vier Jahre Vertrauen zu schenken“, sagte Ketelhut.

„Beim Kreissportverband werden große Steine bewegt, deswegen möchten wir ihm auch keine Steine in den Weg legen“, sagte FDP-Ratsfrau Marianne Lingelbach. Im Finanzausschuss hatten sich die Freidemokraten noch für eine Vertragsbefristung auf zwei Jahre ausgesprochen, im Sportausschuss hatte sich die FDP-Vertreterin enthalten. Diese Position wurde in der Ratsversammlung revidiert. Die CDU stand mit ihrer Sicht allein. In der auf SPD-Antrag namentlichen Abstimmung fiel ihr Änderungsantrag glatt durch. Nur die CDU-Ratsmitglieder stimmten für eine Vertragsbegrenzung auf zwei Jahre. Als das klar war, stimmte auch die CDU für den ursprünglichen Entwurf mit vier Jahren Vertragslaufzeit.

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