zur Navigation springen

Rendswühren : Schillsdorfer ist ganz wild auf Wild

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Christian Rahe ließ seine Tiere vom Landesverband für landwirtschaftliche Wildtierhaltung begutachten. Jetzt ist er das jüngste Mitglied

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Christian Rahe aus Schillsdorf ist seit wenigen Tagen das jüngste Mitglied im schleswig-holsteinischen Landesverband für die landwirtschaftliche Wildtierhaltung.

Besonders in der Weihnachtszeit ist Wild als Festmahl auch aus vielen Küchen nicht wegzudenken. Und auch in der Natur ist mit Wild häufig eine ganz eigene Faszination verbunden. Große Wildgehege wie der Erlebniswald Trappenkamp oder der Wildpark Eekholt in Großenaspe ziehen viele Menschen an. Wildtiere auf den großzügigen Freiflächen oder wie im Tierpark Neumünster beim Gang durch das Damwildgehege hautnah zu erleben, ist gerade für Familien ein besonderes Erlebnis. Ganz anders als in den Wildparks, in denen die Besucher im Vordergrund stehen, ist die Zielrichtung bei landwirtschaftlichen Wildtierhaltern wie Christian Rahe aus Schillsdorf.

Hinter den 2,5 Meter hohen Wildgatterzäunen auf dem kleinen Rendswührener Aussiedlerhof tummeln sich eine 38-köpfige Damwildherde und einige Stücke Sikawild, das mit dem Rotwild verwandt ist. Schleswig-Holstein hat klimatisch ideale Bedingungen für die Damwildhaltung, sagte Dirk Schmidt-Bohlens, Vorsitzender vom schleswig-holsteinischen Landesverband für die landwirtschaftliche Wildtierhaltung jetzt beim Besuch des rund sieben Hektar großen Hofes.

Rund 40 Mitglieder zählt der Verband, in dem Christian Rahe jetzt als jüngstes Mitglied begrüßt wurde. Mit dabei waren beim Besuch in Rendswühren neben Dirk Schmidt-Bohlens auch Wildtierhalter aus dem Verband, der Vorsitzende des Bundesverbandes Karl-Heinz Funke und Erich Petersen-Köhn, stellvertretender Verbandsvorsitzender.

„Das wird einmal ein kleines Schmuckstück, wenn die Bäume groß sind“, meinten die Gäste bei der Gatterbesichtigung. Noch findet das kleine Damwildrudel bei Bedarf Unterschlupf und Schatten in einem zum Gatter gehörenden Holzstall, erklärte Rahe. Später einmal sollen die Tiere auch im Schatten der extra gepflanzten Bäume Schutz und Ruheplätze finden.

Neben frischem Gras bekommt das Wild Zugaben wie Heu, Grassilage, Hafer, Mais und Rübenschnitzel. Nächstes Jahr soll im Nachbargehege Rotwild einziehen.

Verarbeitet wird das Fleisch auf dem Hof nicht. Das geschieht in der Landschlachterei in Negenharrie, verriet Rahe. Allerdings werden die Tiere im Gehege geschossen, um den Stressfaktor für die Tiere so klein wie möglich zu halten. Auf den Tisch kommen klassische Wildbraten, Rouladen, Kurzgebratenes, Grillfleisch, Wildsalami oder wie jetzt auf Hof Viehbrook auch die neuste kulinarische Kreation, eine Wildcurrywurst vom Damwild.

Für manchen Betrieb könnte die Wildtierhaltung besonders in der extensiven Grünlandnutzung auch als zweites Standbein interessant sein, meinten die Verbandsmitglieder. Zurzeit sei die Zahl der Gehegehalter allerdings altersbedingt leicht rückläufig. Aktuell gibt es etwa 120 genehmigte Wildgehege in Schleswig-Holstein. Die kurzen Wege aus der in der Regel vorliegenden Direktvermarktung, die Regionalität und die hohe Qualität sprechen für das Wildfleisch aus der Gehegehaltung, meinte Schmidt-Bohlens.

Auch Christian Rahe setzt mit der Marke „Rahe Ranch“ auf die regionale Direktvermarktung. Informationen gibt es unter: www.rahe-ranch.de. Weitere Informationen gibt es beim Schleswig-Holsteinischen Landesverband für die landwirtschaftliche Wildtierhaltung, Dipl.-Ing. Johannes Thomsen, Landwirtschaftskammer: www.lwksh.de, Tel. 04381-900947.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen