Bauausschuss : Schilderwald soll verschwinden

„Beachflags“ und „Kundenstopper“ sollen Passanten in die Geschäfte lotsen. Aus Sicht der Kritiker verunstalten sie das Stadtbild und stehen oft genug schlicht im Weg. Die Stadt will die Werbeträger jetzt aus dem Straßenbild verbannen.
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„Beachflags“ und „Kundenstopper“ sollen Passanten in die Geschäfte lotsen. Aus Sicht der Kritiker verunstalten sie das Stadtbild und stehen oft genug schlicht im Weg. Die Stadt will die Werbeträger jetzt aus dem Straßenbild verbannen.

Neue Satzung verschärft die Auflagen für Werbetafeln vor und an Geschäften. Der Bauausschuss tagt heute ab 17.30 Uhr im Rathaus

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02. Juli 2015, 06:15 Uhr

Neumünster | Die Stadt sagt der zunehmenden Flut von Werbeaufstellern in der Innenstadt den Kampf an. Eine neue Gestaltungsrichtlinie soll die Spielregeln für die Werbung vor den Geschäften verschärfen. So genannte „Kundenstopper“ und „Beachflags“ sollen ganz aus dem Straßenbild verschwinden, andere Werbetafeln nur noch sehr begrenzt eingesetzt werden dürfen. Nach monatelanger Vorbereitung soll das neue Regelwerk heute im Bauausschuss beraten werden.

Die Stadt erhofft sich von den Auflagen und Verboten einerseits mehr Verkehrssicherheit: Trotz eindeutiger Auflagen versperren die noch erlaubten Stellschilder immer wieder Rad- und Fußwege. Zum anderen sollen die Auflagen zu einem einheitlichen und ansprechenderen Erscheinungsbild der Geschäftsstraßen beitragen.

So drängt die geplante Richtlinie etwa auf eine möglichst einheitliche Möblierung und Gestaltung in den Außenbereichen von Gaststätten oder Cafés. Statt vereinzelt billiger Kunststoffmöbel sollen alle Gastronomen auf hochwertige Materialien wie Holz, Rattan oder Edelstahl setzen und auf Werbeaufschriften auf ihren Möbeln verzichten, fordert die Satzung. Auch billige Pflanzkübel aus Kunststoff oder Waschbeton und Fahrradständer mit Werbeschildern sind danach künftig tabu.

Um in der Geschäftswelt für die neuen Richtlinien zu werben, hatte die Stadt die Innenstadtgeschäfte bereits im Oktober vergangenen Jahres zur Informationsveranstaltung geladen, war dort aber teilweise auf heftige Kritik gestoßen. Insbesondere Geschäftsleute aus den Randlagen würden es ungleich schwerer haben, auf sich aufmerksam zu machen, hieß es. Statt die Innenstadt attraktiver zu machen, leite die Stadt ein „Geschäftesterben auf Raten“ ein, wenn die Satzung so komme, lautete damals die Kritik (der Courier berichtete).

Die Politik kann dem Vorstoß mit Blick auf den bevorstehenden Start der Holsten-Galerie mehr abgewinnen. Wer es ernst meine mit der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, komme an vernünftigen Gestaltungsregeln nicht vorbei, signalisierte Franka Dannheiser, SPD-Sprecherin im Bauausschuss, gestern grundsätzlich Zustimmung.

Ob die Satzung tatsächlich noch in diesem Sommer verabschiedet wird, ist gleichwohl ungewiss: Weil der Stadtteilbeirat Stadtmitte über den Satzungsentwurf offenbar nicht hinreichend aufgeklärt worden ist, dürfte das Thema im Ausschuss auch für Verärgerung sorgen. Schlimmstenfalls droht eine Vertagung, um die Information des Stadtteilbeirats nachzuholen.

Weitere Themen im Bauausschuss:

> Neubau des Jugendfreizeitheims „Projekthaus“ an der Werderstraße.

> Erneuerung oder Umbau der Kreuzung Rendsburger Straße / Sauerbruchstraße / Max-Johannsen-Brücke

> Ausschreibung für das ehemalige Kirchen-Jugendheim am Einfelder See

> Antrag Stadtteilbeirat Gartenstadt auf einen Hundeauslauf im Osterhofpark.

> Planungsstand Fahrradstation am Bahnhof. Die öffentliche Sitzung des Bauausschusses beginnt um 17.30 Uhr im Neuen Rathaus.

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