Schilda an der Schwale

harding

Harding_Hannes3247.jpg von
26. Oktober 2018, 12:37 Uhr

Die Diskussion über die Zukunft des Großfleckens erinnert ein wenig an die Stadt, deren Bürger beim Rathausbau die Fenster vergaßen und das Sonnenlicht mit Eimern hineintragen wollten. Sie wissen schon. Die Schildbürger von der Schwale, so scheint es, waren kaum vorausschauender, als sie einem Architekten ein umfangreiches Urheberrecht an der Gestaltung des zentralen Platzes einräumten – als wäre er Kunst.

Da können die Neumünsteraner geradezu glücklich sein, dass die Stadtväter nicht Joseph Beuys beauftragten. Der hätte den Großflecken womöglich mit einer Fettschicht überzogen. Kandinsky hätte so viele Kreisel gebaut, dass einem schon beim Anblick schwindelig geworden wäre. Der Architekt Dieter Rogalla hingegen hat nur Steine verlegen lassen, allerdings so, dass manche sagen, die einzige Kunst bestehe darin, als Radfahrer heil von einem Ende des Großfleckens zum anderen zu kommen.

Was tun mit dieser Kunst? Einfach schreddern, wie es kürzlich Street-Art-Künstler Banksy tat, dürfte schwer werden. Also werden wohl doch nur ein paar Steine gehobelt. Wie kreativ.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen