Neumünster : Schickte ein Neonazi eine Morddrohung via Internet?

23-2986106_23-55081513_1378892181.JPG von 24. Oktober 2019, 14:34 Uhr

shz+ Logo
In dieser Film-Sequenz deutet der Neonazi und „Bandido“-Rocker an, dass er offenbar jemandem die Kehle durchschneiden will. Das Landeskriminalamt untersucht den Fall.
In dieser Film-Sequenz deutet der Neonazi und „Bandido“-Rocker an, dass er offenbar jemandem die Kehle durchschneiden will. Das Landeskriminalamt untersucht den Fall.

Ein rechtsextremer „Bandido“-Rocker aus Neumünster soll eine Frau in einem öffentlichen Video mit dem Tod bedroht haben.

Neumünster | Ein Mann (39) aus Neumünster, der schon häufig als Neonazi und „Bandido“-Rocker ins Visier der Ermittler geriet, soll in einem über viele Tage öffentlich sichtbaren Video im Internet eine Frau mit dem Tod bedroht haben. Außerdem soll er die brutale Botschaft via Instagram direkt an Kontrahenten geschickt haben. In dem Film deutet er an, jemandem die Kehle durchschneiden zu wollen. Die Neumünsteranerin, die in einem Vorspann direkt angesprochen wird, hat den Fall angezeigt. Das Landeskriminalamt ermittelt. Publik wurde die Bedrohung durch eine Pressemitteilung der Antifa Neumünster. Die wiederum sieht in den brutalen Bildern eine Reaktion auf Kritik, die im Zusammenhang mit dem umstrittenen „Famous“-Tattoostudio in der Holsten-Galerie geübt wurde. An dem Tätowier-Studio sollen Vertreter aus der Rockerszene sowie dem rechtsextremen Milieu beteiligt sein. Aus Sorge, dass sich Neonazis in Neumünsters Geschäftswelt etablieren könnten, hatte es Mitte Oktober eine Protestkundgebung gegeben, zu der sich die betroffene Frau im Internet geäußert haben soll. Weiterlesen: Protest gegen umstrittene Läden in Neumünster Landeskriminalamt untersucht den Fall Einen Zusammenhang zwischen dem Video und den Protesten bestätigte LKA-Sprecher Uwe Keller nicht. Er erklärte stattdessen: „Es liegt eine Bedrohungsanzeige mit Rockerbezug aus Neumünster vor, deren Ursprung nichts mit dem Demonstrationsgeschehen rund um das Tattoo-Studio zu tun hat. Wir wissen von der Sache und haben sie in Arbeit.“ Weitere Details nannte er mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht. Jonny Griese, Organisator des Protests gegen das „Famous“, zeigte sich besorgt über das brutale Video. Von weiteren Bedrohungen wusste er nichts. Er erklärte jedoch, dass im Zusammenhang mit der Demonstration gegen das Tattoostudio „im Netz durchaus viel gehetzt worden“ sei. Mann war schon mehrfach vor Gericht Der 39-Jährige, der auf dem Video im Vordergrund gut zu sehen ist, ist in den vergangenen Jahren schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Unter anderem stand er in Neustadt/Holstein wegen Schändung eines jüdischen Friedhofs im Jahr 2008 vor Gericht – offenbar eine Aktion der neonazistischen Terrorgruppe „Combat 18“. 2009 musste er sich in Herzberg (Harz) wegen Volksverhetzung verantworten. Der Vorwurf: Er soll zur Herstellung der extrem antisemitischen, mittlerweile indizierten CD „Geheime Reichssache“ der Rechtsrockband „Kommando Freisler“ beigetragen haben. Der Mann gilt als enger Vertrauter des ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Peter Borchert. Weiterlesen: „Bandido“ Peter Borchert: Ein Rocker macht Karriere ...

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab (anschließend 8,90 €/Monat), um diesen Artikel zu lesen. Alle weiteren Inhalte auf unserer Webseite und in unserer App stehen Ihnen dann ebenfalls zur Verfügung.

Monatlich kündbar

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Hier anmelden »

Oder kostenlos bis zu drei Artikel in 30 Tagen lesen

Registrieren »

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert